Wie du im Umgang mit dominanten Männern Power zeigst

Hast du manchmal das Gefühl, dass dich gewisse Männer von oben herab behandeln? Über die Hintergründe und was du im Umgang mit solchen dominanten Herren machen kannst.

Wer kennt sie nicht: die Männer, die uns gegenüber arrogant daher kommen. Die so tun, als wären sie die allergrößten. Großmäulig, wortabschneidend, geringschätzend. Nach außen hin großkotzig, dickes Auto und eine dicke Uhr, in Kombination mit einem unfassbaren Selbstbewusstsein, das durch nichts begründet wird, außer der puren Existenz dieses Typen. Schon beim Tippen dieser Worte werde ich wütend, weil mir Situationen einfallen, bei denen ich in Kontakt mit dieser Spezies gekommen bin.

Allen voran mein Master-Auswahlgespräch. Da saß ich drei solchen Herren verschiedener Chauvi-Ausprägung gegenüber. Drei Professoren, die mich schon aus dem Bachelorstudium kannten. Die wussten, dass ich bereits acht Semester hinter mir habe. Und trotzdem war die erste Frage: „Sie sind ja blutjung, sind sie überhaupt schon volljährig?“. Diese Frage hat sich mir eingebrannt, weil ich sie so unfair fand und sie war bezeichnend für das restliche Gespräch, bei dem es immerhin um die Fortführung meines Studiums an der Hochschule ging. Es ging nicht um Smalltalk, es ging nicht darum, das Gespräch irgendwie nett einzuführen. Es ging einzig und allein darum, mich mit der ersten Frage bereits klein zu machen.

Ich bin schon immer mädchenhaft und sah vor allem zu diesem Zeitpunkt wirklich jünger aus, als ich es war. Ich war und bin feminin und mit Anfang 20 noch etwas unbeholfen in Fachgesprächen. Bei der Auswahl meines Studienfaches habe ich mich damals für Industriedesign entschieden, mir war vorher nicht klar, wie männerdominiert dieses Fach war und ist. Nichtsdestotrotz habe ich es acht Semester lang durchgezogen, habe unter Druck kreativ gearbeitet, an der Kreissäge gestanden, habe mich von diversen Werkstattmitarbeitern anschreien lassen und habe es doch in der Regelstudienzeit abgeschlossen.

 

Und nun saß ich da in diesem Master-Auswahlgespräch und mit der Frage, wie es nach dem Bachelor weiter gehen soll. Und werde von diesem Herren damit konfrontiert, dass ich ja blutjung sei. Was nichts, aber auch gar nichts mit meiner Person oder fachlichen Leistungen zu tun hat, sondern es ging einzig darum, dass manche Herren gerne eine chauvinistische Ader zeigen.

Was ist Chauvinismus?
Das Wort Chauvinismus ist zugegebenermaßen etwas holprig und wird nur noch selten gebraucht. Der Begriff männlicher Chauvinismus bezeichnet patriarchalisch geprägte bzw. sich so verhaltende Männer, die glauben, aus ihrem Geschlecht einen Überlegenheitsanspruch gegenüber Frauen herleiten zu können. Das bedeutet, dass solche Chauvis sich etwas darauf einbilden, ein Mann zu sein und sich deswegen Frauen gegenüber dominant verhalten. Männer, die sich auf Grund ihrer Männlichkeit überlegen fühlen und deswegen Frauen beherrschen und degradieren wollen. So wurden Frauen jahrhundertelang behandelt – und ich (und natürlich viele viele andere Frauen, die sich dafür einsetzten) finde das war lange genug.

Was sagen andere Frauen dazu?
Simone de Beauvoir hat klare Worte gefunden für das Verhalten solcher Männer. Sie sagt: „…niemand ist den Frauen gegenüber arroganter, aggressiver oder verächtlicher als ein in seiner Männlichkeit verunsicherter Mann. Die Männer, die sich von ihresgleichen nicht eingeschüchtert fühlen, sind auch viel eher bereit, die Frau als ihresgleichen anzuerkennen“ (Simone de Beauvoir: Das andere Geschlecht, 2003, Seite 22). Aber die Unsicherheit bezüglich der eigenen Männlichkeit ist bestimmt nur eine Facette der Ursache: hinzu kommen Prägung durch die Erziehung, Rollenvorbilder und mit Sicherheit vieles mehr. Das sollte unwichtig für uns sein und keine Entschuldigung für ein geringschätziges Verhalten. Wer in seiner Männlichkeit verunsichert ist, sollte selbst damit klar kommen, einen Psychologen aufsuchen oder sich ein dickes Auto kaufen. Sein Verhalten darf aber auf keinen Fall eine Frau verletzen.

 

Frauenverachtenden Aussagen sehen wir uns momentan aus ganz hohen Kreisen ausgesetzt: der amerikanische Präsident sorgt mit vielen seiner dämlichen Tweets und Statements für Aufsehen. Zum Glück gibt es starke Frauen wie Michelle Obama, die elegant reagiert: „Viele von uns Frauen tun auch jetzt wieder, was wir Frauen schon immer getan haben. Wir versuchen einen kühlen Kopf zu bewahren, versuchen einfach weiterzumachen, versuchen so zu tun, als würde uns das nicht wirklich angreifen. Und wir tun das vielleicht, weil wir das Gefühl haben, dass wenn wir zugeben, wie sehr uns das angreift, dass wir schwach erscheinen. Vielleicht haben wir Angst, so verwundbar zu sein und haben uns deshalb einen Usus zugelegt, mit dem wir das einfach schlucken können. (…) Auch, weil es Menschen da draußen gibt, die dieses Thema behandeln als sei es normal, nur eine weitere Headline, als sei es politisches Tagesgeschäft. Aber lasst uns hier klar sein: das ist nicht normal. Und hier geht es auch nicht mehr um Politik. Hier geht es um das Menschliche.“ Klar gibt es die Sorge, schwach zu erscheinen, wenn wir zugeben, dass uns chauvinistische Verhaltensweisen stören. Wir zeigen so, dass wir uns angegriffen fühlen und heben das Gespräch auf eine emotionale Ebene. Aber es ist wichtig, solchen Würmchen klar zu machen, dass ihr Verhalten so was von letztes Jahrhundert ist! Wie macht man das also am besten?

Wie geht man mit Chauvinisten um?

Offensive Körpersprache
Mach dich nicht klein! Statt die Beine zu überschlagen, sitze aufrecht und mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Mache deine Schultern breit, halte den Kopf aufrecht. Möglicherweise fühlt sich das etwas fremd an, demonstriert aber auf einfache Art und Weise Selbstbewusstsein.

 

Vollkommene Gleichgültigkeit
Ein Typ, mit dem ich leider berufsbedingt zu tun hatte, hat öfter mal erkennen lassen, was er von Frauen hält. Dass sie bloße Sex-Objekte seien und dass es das einzige Lebensziel von Männern sei, „den nächsten Stich zu machen“ (Sorry für die Wortwahl). Solche Ansichten sind tief eingebrannt und zeugen von einer sehr eingeschränkten Weltsicht. Leider muss man das einfach hinnehmen. Meine Taktik dabei ist vollkommene Gleichgültigkeit. Er will Aufmerksamkeit, ich schenke ihm keine – fertig. Argumentieren bringt leider nichts, dazu sind seine Ansichten zu tief eingebrannt. Und solange du nicht mit ihm in’s Bett willst, hast du keinen Wert für ihn. Also spare dir die Energie. Vielleicht gelingt es dir sogar, ihn als Relikt aus längst vergangenen Zeiten zu betrachten.

 

Sarkasmus
Heute weiß ich, dass ich im Umgang mit meinem Professor in dem Gespräch damals besser hätte reagieren können. Eine sarkastische Gegenfrage á la: „Ich bin 24 Jahre als und wie alt sind Sie?“ hätte die Situation aufgelockert und ihm gezeigt, wie dämlich seine Frage war. Das ist meiner Meinung nach das beste Mittel der Wahl: selbstbewusst auftreten. Mit Wissen und Argumenten punkten und wenn es sein muss auch mal sarkastisch kontern.

 

So weit war ich damals einfach noch nicht, aber das ist okay. Ich habe damals übrigens eine Ablehnung für den Masterplatz bekommen. Auch das ist im Nachhinein betrachtet okay. Aber das ist ein ganz anderes Kapitel.

Und wie ist das bei dir, hattest du auch schon Erfahrungen mit dominanten Männern? Mich interessiert brennend, wie andere damit umgehen, schreib es doch in die Kommentare!

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