#megamutig-Podcast Folge 2

#megamutig – Podcast – Woche 2: Das Outing

Nun ist meine Selbstständigkeit schon in der zweiten Woche und ich erzähle euch in dieser Podcast-Folge des #megamutig-Podcasts von dem meiner nach schwierigsten Thema, wenn es um die Selbstständigkeit geht. Und damit meine ich nicht die Steuern oder Akquise.

Hört einfach mal rein und berichtet mir, wie ihr den Podcast findet! Den Podcast gibt es übrigens auch auf iTunes.

Hier das Transkript der Episode 2 des #megamutig-Podcasts:

Hi Leute, willkommen zum megamutig-podcast.
Ich bin Maggie und ich habe ein Experiment gestartet: ich mache mich selbstständig. Und ich nehme euch in meinem ersten Jahr mit.
Ich habe nämlich gemerkt, dass viele in meinem Umfeld diesen Schritt megamutig fanden und das bei vielen Fragen aufgeworfen hat. Vielleicht kann ich den einen oder anderen inspirieren oder aber als Negativbeispiel dienen, je nach dem, wie sich das Jahr noch entwickelt.
Willkommen zu Woche 2!
Heute bespreche ich mal das meiner Meinung nach schwierigste Thema, wenn es um Selbstständigkeit geht. Und damit meine ich nicht die Steuern oder Akquise, nein ich meine das große Outing vor Familie und Freunden.
Gerade wenn man noch jung ist und mehr oder weniger Berufseinsteiger, haben viele mit Widerstand zu kämpfen, zumindest mir ging es so.
Ich habe nach der eigentlichen Kündigung meines Jobs zwei Monate damit gewartet, es meinen Eltern zu beichten. Also was heißt gewartet, um ehrlich zu sein habe ich mich einfach nicht getraut. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich bin die allererste in meiner Familie und meinem Freundeskreis, die sich selbstständig macht.
In meiner ersten Folge habe ich ja bereits kurz von meinem bisherigen Werdegang erzählt. Dass ich schon vor einiger Zeit, also vor dem Master, Lust gehabt hätte mich selbstständig zu machen. Darüber hatte ich schon mit meinem Papa gesprochen, er aber meinte ich brauche unbedingt mehr Berufserfahrung usw. Das ganze hat über einen längeren Zeitraum zu immensen Spannungen in meiner Familie geführt, weil ich mich einfach nicht verstanden gefühlt habe.
Und nu, hab ich mich doch dazu entschlossen, mich selbstständig zu machen. Das bedeutet, dass ich mich mit dem Schritt meinem Papa praktisch widersetzte.
Mir liegt viel an deren Meinung, ich wollte dass sie positiv und optimistisch reagieren, nicht besorgt und negativ, also so wie ich es vor dem Outing erwartet habe.
Meine Eltern: beste Eltern der Welt, haben mich im Studium finanziell unterstützt, aber siesind jetzt grade keine guten Ratgeber. Sie wollen Sicherheit- feste Jobs etc. Sie sind mit ihren früheren Arbeitgebern in der Vergangenheit durch schwere Zeiten gegangen und trotzdem immer bei der Festanstellung geblieben.
Ich will Freiheit. Deswegen frage ich nicht sie um Rat, sondern die Leute, die schon da sind, wo ich hin will.
Papa würde sagen ich brauche noch 10 Jahre Berufserfahrung, aber in 10 Jahren hab ich wahrscheinlich/ hoffentlich ein Haus mit Kind und Hund, und da mache ich mich erst recht nicht ss.
Ich muss es jetzt machen.
Mittlerweile habe ich auch mehr Verständnis für die Sorgen meiner Eltern. Meine Eltern wollen nur das Beste für mich, indem sie sich sorgen. Dafür will ich sie nicht bestrafen, indem ich mich zurück ziehe. Denn das hab ich gemacht, kaum noch angerufen oder von mir erzählt. Und das ist Mist, Eltern wollen mit einbezogen werden.
Also, kurz nach meiner Kündigung habe ich mir einen Plan gemacht, wie ich es angehen möchte. Natürlich wollte ich alles ganz sachlich erklären und mit Argumenten überzeugen.
Ich wollte sagen, dass ich jetzt erst mal rede und sie am Ende Fragen stellen können. Sage ihnen, dass sie mir wichtig sind, dass ihre Meinung mir wichtig ist. Dass ich aber fest dazu entschlossen bin, das durchzuziehen. Ich weiß, dass sie sich Sorgen machen, aber für die Miete ist erst mal gesorgt, und ich hab schon Literatur bzgl Steuern, Finanzen, Rechnungen schreiben usw. heran gezogen. Bin da schon bestens informiert. Mein Freund steht hinter mir und ich weiß, dass ich das hinbekommen werde.
Habe da seit über sechs Monaten drüber nachgedacht und vorbereitet. Ich versuche das jetzt für ein Jahr und wenn es nicht läuft, kann ich danach immer noch in einen Job zurück. Das alles wollte ich sagen.
Meine Eltern haben auch nicht vor Risiken zurück gescheut. Sie haben ein Haus gebaut, dafür einen Kredit aufgenommen, vor zwanzig Jahren sind sie mit nur einem Koffer und zwei kleinen Kindern nach Deutschland ausgewandert – das ist krass! Und das hat mir Mut gemacht, so verschieden sind wir also gar nicht.
Also, wie habe ich es ihnen nun gesagt. Das Problem ist, ich wohne ca. 500km weit weg von meinen Eltern. Das bedeutet, einfach mal kurz für ein Gespräch vorbei fahren, ist nicht drin. Und am Telefon wollte ich es nicht machen. Also habe ich das Geburtstagswochenende meiner Mutter für das Gespräch veranschlagt.
Ich hatte mir fest vorgenommen, es Ihnen zu sagen. Wirklich! Aber einerseits war es voll mit Geburtstagsvorbereitungen und -feierlichkeiten, andererseits war ich im falschen mindset: ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, Mist gebaut zu haben. Das ist keine gute Ausgangslage für ein solches Gespräch.
Also bin ich unverrichteter Dinge wieder zurück gefahren. Auch kein gutes Gefühl. Im Endeffekt lief es dann doch über ein Telefonat: und zwar ganz anders als geplant. Ich war krank, mir ging es gar nicht gut. Anscheinend hatte ich so einen Dusel im Kopf oder die Nebenwirkungen der Tabletten setzten ein, keine Ahnung. Jedenfalls beschloss ich aus einer Laune heraus einfach von jetzt auf gleich bei meinen Eltern anzurufen und es ihnen zu erzählen. Klar hatte ich Bammel. Riesen Bammel, aber die Reaktion war: zum Glück großartig. Die erste Reaktion meines Vaters war: dass er mir einige Gründungsförderungen aufzählte, die er so kannte. Und meine Mutti war etwas enttäuscht- ich hatte ihnen eingangs nämlich gesagt, dass ich ihnen etwas wichtiges mitteilen wollte- und woran denken Muttis da natürlich? Babies.
Also falls du auch vor dem Schritt stehst, DAS Gespräch mit deinen Eltern zu führen, habe ich dir noch mal die Schritte kurz zusammen gefasst, wie ich es gemacht habe:
Steps:
  1. Versetzte dich in die Lage deiner Eltern. Warum machen sie sich Sorgen? Nimm es nicht als Kritik auf, sondern als Zeichen dafür, dass sie sich kümmern.
  2. Haben deine Eltern auch schon mal etwas risikoreiches gemacht? Das muss gar nicht im Beruf sein. Aber wenn dir was einfällt, macht dir das bestimmt Mut.
  3. Bereite ein Gespräch vor. Lege dir Argumente zurecht und schau, wie du das Gespräch aufbauen möchtest. Vielleicht fällt es dir leichter, wenn du sie bittest, erst einmal reden zu dürfen? Oder soll es gleich wie ein Dialog aufgebaut sein? Das ist dir überlassen, ganz wonach dir ist.
  4. Und nach dem Gespräch: Freu dich, dass deine Eltern nun auch Teil deiner Reise sind.
Meine Eltern sind immer noch, naja besorgt. Mein Papa macht mich z.B. darauf aufmerksam, dass ich ja in Vorleistung gehen muss, wenn ich eigene Produkte produzieren lasse 😉 natürlich weiß ich das und früher hätte mich das geärgert. Ich hätte gesagt: ich bin ja nicht doof! Hält er mich für unwissend!? Jetzt versuche ich mich in seine Lage zu versetzen: er macht sich einfach Sorgen um seine kleine Tochter, will sie beschützen und das ist eigentlich total schön. Und ich antworte ihm, dass er einfach Vertrauen haben soll.
Was ich als Selbstständige ganz genau mache, habe ich übrigens noch niemandem erzählt, auch meinen Freunden nicht. Ich bin damit etwas schüchtern. Ich will es erst präsentieren, wenn alles fertig ist. Und das kann noch dauern. Ich sitze nämlich immer noch am Businessplan und mache parallel die Produktgestaltung. Mal sehen, wenn ihr wieder einschaltet, erfahrt ihr es möglicherweise als erstes was ich so mache!
Ich kann jedenfalls schon verraten, dass ich heute meine ersten zwei kleinen Produkte einer Produktserie in Auftrag gegeben habe. Die Fertigung dauert 4-6 Wochen (gefühlt ewig lang) und die anderen Produkte brauchen nicht so lange, deswegen habe ich mit den beiden angefangen.
Die Produktion kostet mehrere hundert Euro und wie ich mir das leisten kann, da ich mit meinem mini-Business noch gar kein Geld verdient habe, erzähle ich dir in der nächsten Woche, wenn der Produktionsauftrag in Sack und Tüten ist. Also schalte gerne nächste Woche wieder ein!
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