#weggelesen: “Verstecken gilt nicht” – Denkanstöße nicht nur für Schüchterne

Das Buch sagt zwar „Verstecken gilt nicht“, aber ich verstecke mich doch ziemlich gerne – hinter Büchern! Podcasts in Dauerschleife hören und Blogs durchackern finde ich super, aber sie ersetzten es nicht: das Gefühl, sich durch ein Buch mit einem bestimmten Thema intensiv befasst zu haben. Ein Buch hat oftmals einen wissenschaftlich höheren Stellenwert, wurde mit viel Liebe und Akribie verfasst und beleuchtet ein Thema umfassend. Deshalb habe ich eine neue monatliche Rubrik auf meinem Blog: #weggelesen. Dabei geht es speziell um Bücher, die uns mega Mädels weiter bringen, so wie das Buch auf dem Bild von Melina Royer. Es geht um Bücher, die glücklich machen, uns weiter bilden und so toll sind, dass sie sich prima weg lesen lassen.

Als ich vor einigen Wochen auf den Blog „Vanilla Mind“ aufmerksam geworden bin, war ich wie weg geblasen: der Blog bietet tolle Beiträge für Mädels, die trotz Schüchternheit oder einer eher introvertierten Persönlichkeit durchstarten wollen. Alles um mich herum war vergessen, ich musste mir ihre Beiträge einen nach dem anderen durchlesen. Sicher kennt ihr binge-watching, wenn man eine Netflix-Folge nach der anderen guckt – mir ging es mit den Beiträgen auf dem Blog ähnlich: Schüchternheit, Karriere, Mindset, Selbstbewusstsein. Meine Lieblingsthemen. Und das alles geschrieben in einem wunderbar lesbaren Schreibstil, der mich Freundinnen-mäßig an die (schüchterne?) Hand nimmt. Mannomann ich war begeistert. Und wer steckt hinter diesem Blog-Wunder?

Hinter dem Blog steht eine Frau, die weiß wovon sie spricht, wenn sie über Schüchternheit schreibt: Melina Royer. Ihr Steckbrief: „Angsthase. Grüblerin. “Was wäre wenn”-Spezialistin. Aber vor allem: Kämpfernatur. Strategin. Mutmacherin.“ Ok, diese Frau ist der Wahnsinn, ich musste einfach mehr über sie erfahren. Und siehe da, es gibt sogar ein Buch von ihr!

"Verstecken gilt nicht" by Melina Royer #weggelesen
“Verstecken gilt nicht” by Melina Royer

„Verstecken gilt nicht“ ist im September 2017 erschienen und darin geht es um Melinas Geschichte als Schüchterne und Hochsensible und wie sie Mittel und Wege gefunden hat, damit umzugehen und trotz großer Selbstzweifel ihren Weg zu gehen.

Och nö, noch so ein Buch mit Tipps?

Es ist ein Selbsthilfe-Buch, keine Frage. Aber es gibt keine leeren Tipp-Plattitüden, sondern tatsächlich von Melina erprobte Empfehlungen, die wirklich etwas bringen. Leute, die sich mit Persönlichkeitsentwicklung auseinander setzten, werden den einen oder anderen Tipp sicher schon gehört haben. Aber Melina unterfüttert diese mit Studien und wissenschaftlichen Belegen, sodass positive Affirmation plötzlich nicht mehr wie Humbug erscheint. Und vieles ist sehr lebensnah! In ihre Small-Talk-Tipps werde ich bestimmt noch häufiger schauen.

Ängste und fiese Gedanken

Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass ich Melina kennen lerne und sie mir wie eine Freundin aus der Patsche hilft. Sie beschreibt anhand vieler Anekdoten und Situationen aus ihrem Leben, wie sie selbst mit der Schüchternheit umgeht, wie ihre Ängste sie zu Schulzeiten gebremst haben und wie sie heute im Berufsleben trotzdem ihre Frau steht.

Melina hat viel über ihre eigene Schüchternheit reflektiert und Wege gefunden, damit umzugehen. Sie hat aber auch nicht die fiesen Gedanken und Mechanismen der Selbstabwertung vergessen – wie sie sprachlos in der Bäckerei steht und möglichst vermeiden möchte mit der Verkäuferin zu sprechen, und sich selbst dafür nieder macht.

Ich kenne das so gut! Und habe mich an so vielen anderen Stellen wieder gefunden. Mit Anfang 20 hab ich an einer leichten sozialen Angststörung gelitten und mich selbst schrecklich nieder gemacht. Ich war niemals unbedingt schüchtern, kenne aber die Vorgänge der Selbstabwertung im eigenen Köpfchen nur zu gut! Wie oft hab ich mir eingeredet, dumm zu sein, dass alle anderen besser sind, dass ich wertlos bin und vieles mehr. Hab mich nicht getraut den Mund auf zu machen bei Gesprächen aus Angst, etwas Dummes zu sagen. Lag nachts stundenlang wach und habe mich über einen vermeintlich unpassenden Satz geschämt. “Was denken die anderen nur von mir!?” Diese Gedankenspiralen und Selbstabwertungen waren die Hölle. Ich bin da nur mit sehr viel Übung und Reflexion raus gekommen. Hätte es Melinas Buch und ihre tollen Übungen nur vor zehn Jahren schon gegeben wäre ich in der Zeit vielleicht nicht so ein furchtbar empfindliches Mäuschen gewesen. Und deswegen ist Melinas Buch so wertvoll: ich bin mir sicher, dass es sehr, sehr vielen schüchternen, hochsensiblen, sozial-phobischen, selbstabwertenden und zurückhaltenden Mädels helfen wird!

Ist Schüchernheit überhaupt ein Problem?

Ich muss sagen, dass Schüchternheit wirklich einen schlechten Ruf hat. Auch ich denke unweigerlich an graue Mäuschen und stockende Gespräche. Dabei haben auch Schüchterne viel zu bieten, das wird bloß durch ihre Zurückhaltung nicht deutlich.
Leute, die nur schwer aus sich raus kommen können, haben es in Sachen Karriere oder Partnersuche oft schwerer. Und was niemand sieht: oft machen sich Schüchterne selbst wegen alldem fertig. Und das ist so schade! Nur weil man ungern im Mittelpunkt steht, ist man nicht weniger wert.

Lieblingsstelle?

Das Buch ist gespickt mit Mut-mach-Seiten, die ich grandios fand. Hier ein Beispiel:

“Der Zufall wird nicht dafür sorgen, dass du zeigen kannst, wer du wirklich bist und was in dir steckt. Tut mir leid, dir dazu zu sagen, aber: Das Leben ist keine Castingshow, in der du entdeckt wirst! Du kannst dich nicht in die Rolle, die du gern spielen würdest, “hineinträumen”. Du musst das Ding durchziehen, wenn du Erfolg haben willst! Ich für meinen Teil habe keine Lust, auf Möglichkeiten und glückliche “Fügungen” zu warten. (…) Ich habe keine Zeit mehr für diesen Quatsch und du auch nicht. Schaffe dir deine Chancen selbst!”
Melina Royer, “Verstecken gilt nicht” S. 212

"Verstecken gilt nicht" by Melina Royer #weggelesen

Also, was bringt mir das Buch?

Wenn du im täglichen struggle mit dir selbst bist, dich verrückt machst wegen wegen angeblichen Fehlern an dir selbst und lernen möchtest, jeden Tag aufmerksamer mit dir umzugehen, dann ist das Buch was für dich. Wenn du auf trockene Sachbücher stehst, ist es aber wohl nichts – aber wer tut das schon? Ich musste an einigen Stellen herzlich lachen oder habe mit der Autorin bei Schilderungen ihrer Erlebnisse mit gefühlt. Es wird also nicht langweilig!

Was hast du gelernt?

Für mich gab es einige Erkenntnisse! Allen voran, dass Selbstgespräche ok sind und manchmal sogar förderlich. Nicht dass ich welche mit mir führen würde. Haha! Ok ich geb‘s zu! Aber laut Melina ist das kein Ding!

Ist es mega oder nicht?

Absolut! Melina macht Mut und allein zu wissen, dass es andere schüchterne oder introvertierte Leute mit ähnlichen Herausforderungen gibt, ist viel Wert. Und wenn diese es dann auch noch so weit bringen wie Melina, umso mehr! Ein riesen Plus ist außerdem die wunderschöne Gestaltung des Buches.

Fazit

Eine absolute Leseempfehlung! Das Buch bietet viele interessante Denkanstöße und Mut-mach-Seiten, nicht nur für Schüchterne.

Hast du das Buch auch schon gelesen? Und wie war dein Urteil?

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