stahlpink #megamutig Podcast Folge 23 Finanzplanung

Money on my mind – Finanzplanung – #megamutig-Podcast / Woche 23

Im #megamutig-Podcast nehme ich euch ein Jahr lang mit in meine Selbstständigkeit. Und wie jeder weiß, bekommt man als Selbstständiger kein festes Gehalt mehr und ist für seine Finanzen komplett selbst verantwortlich. Umso wichtiger ist es, eine gute Finanzplanung und -strategie zu haben. In der neuesten Folge gebe ich euch einige Einblicke und Tipps dazu.

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Shownotes:

die #megamutig-Folge, in der es um die Glücksgefühle durch das erste selbst verdiente Geld geht
Tabelle zu der “Umschläge”-Methode

Transkript der Folge:

Hi Leute, willkommen zum megamutig-Podcast.

Ich bin Maggie und ich habe ein Experiment gestartet: ich mache mich selbstständig. Und ich nehme euch in meinem ersten Jahr mit.

Ich habe nämlich gemerkt, dass viele in meinem Umfeld diesen Schritt mega mutig fanden und das bei vielen Fragen aufgeworfen hat. Vielleicht kann ich den einen oder anderen inspirieren oder aber als Negativbeispiel dienen, je nach dem, wie sich das Jahr noch entwickelt.

Willkommen zu Woche 23!

Diese Woche geht es um das Thema Finanzplanung. Und auch wenn niemand so richtig über Geld sprechen möchte – es ist wichtig. Und als Selbstständige hat man alles selbst im Griff – hoffentlich!

Es ist manchmal schwer, ganz am Anfang zu stehen. Und manchmal wird ein business erst nach 3-4 Jahren rentabel. Das bedeutet, dass wir jetzt Strategien brauchen, um diese Zeit gut zu überstehen und das Beste draus zu machen.

Es gibt viele Klischees rund um Geld und Selbstständigkeit. Manche denken, man kann sich gleich einen Porsche vor die Tür stellen. Solche Selbstständige kenne ich allerdings nicht, du etwa? Dieses Klischee ist mir aber tatsächlich erst letzte Woche wieder begegnet.

Und dann gibt es noch das Bild von Selbstständigen, dass sie ständig am Limit wirtschaften müssen und von Kunde zu Kunde hangeln. Und vor allem am Anfang ist es tatsächlich so. Da darfst du dir keine Illusionen machen.

Minimalismus ist angesagt. Wenn du glaubst, dass Selbstständigkeit gleichbedeutend ist mit dem Porsche, dann liegst du falsch. Also zumindest, wenn du es so angehst wie ich.

Ich habe keinen Kredit aufgenommen und mir bisher kein Geld von irgendwem geliehen. Ich ziehe mein business ganz bossmäßig alleine auf. So geht es zwar langsamer, aber ich bin niemandem Rechenschaft schuldig. Und ich bin für mein Geld selbst verantwortlich. Und das hat auch sehr positive Wirkungen.

In einer Folge im Dezember habe ich ja bereits beschrieben, dass ich plötzlich ein wahnsinniges Glücksgefühl hatte, einen Haufen selbstverdienten Geldes auf meinem Konto zu sehen. Dass ich das alles ganz alleine verdient habe, mit meinen eigenen Ideen und meinem eigenen Tun. Das hat mich sehr stolz gemacht und dieses Gefühl ist unbezahlbar. Die Folge verlinke ich auch noch mal in den Show-Notes.

Nun bin ich schon fünf Monate selbstständig und habe doch so einige Erfahrungen mit Finanzplanung gemacht.

Jeder geht ja ganz individuell mit seinem Geld um, aber ich würde dir doch gerne ein paar Tipps mitgeben, die du vor allem am Anfang deiner Selbstständigkeit, also bevor du dir den Porsche leisten kannst, gebrauchen könntest.

1. Der allerwichtigste Tipp: know your numbers. Es ist so leicht, vor lauter Stress den Kopf in den Sand zu stecken und gar nicht mehr auf das Business-Konto zu gucken – aber genau zu wissen, was auf dem Konto abgeht ist sehr, sehr wichtig.

Ich weiß immer ganz genau, wann was von meinen Konten abgebucht wird und stelle sicher, dass genügend drauf ist. Nichts ist stressiger, als rumzuhasseln, weil dein Konto im Minus ist. Das killt den Komfort und die Kreativität. So einen Stress brauchst du nicht. Also schreibe dir ganz genau auf: wie hoch ist die Miete? Rechnungen für Strom und Telefon und Internet? Wann wird das abgebucht? Und die Versicherung? Das ist ein großer Batzen Geld, ich zahle momentan als freiwillig versicherte fast 300 Euro. Das muss dir klar sein.

Das gleiche gilt für dein Business-Konto und Rechnungen für dein Business. Wenn du ein Produktdesign-Business aufziehst so wie ich, wirst du für jede Kollektion ziemlich hohe Ausgaben haben. Außer du schneiderst alles selbst oder fertigt es selbst. Aber auch da braucht man Material. Also musst du planen, wann du es brauchst und wie viel und wann du die jeweilige Rechnung dafür begleichen musst. Es ist ein ziemlicher Balance-Akt, aber es funktioniert.

Da du selbst für deine Finanzen verantwortlich bist, solltest du also immer einen Überblick haben.

2. Liquidität vor Rentabilität. Das habe ich in einem Kurs für Gründer gehört und das hat sich irgendwie eingebrannt. Liquidität vor Rentabilität. Das bedeutet, dass wir unser Geld so abschätzen, dass immer genügend auf dem Konto ist, um die laufenden Kosten zu zahlen. Also den perfekten Balance-Akt zu schaffen zwischen Geld investieren und genügend liquide sein, um weiter alle Kosten zu zahlen.

Was nützt es dir, wenn du ganz viel Material gekauft hast, dein Lager super voll ist, du aber deine Miete für dein Studio nicht mehr bezahlen kannst? Oder irgendwann deine Mitarbeiter? Klingt doch plausibel, oder? Das versuche ich immer im Hinterkopf zu behalten und meine Ausgaben für Material im Rahmen zu halten. Klar ist es günstiger, Material und Waren in größeren Mengen zu kaufen. Aber das kann auch umschlagen.

3. Die Umschläge-Taktik. Vielleicht kennst du den Tipp schon: bei der Umschläge-Taktik teilst du deine Einnahmen in verschiedene „Umschläge“ auf. Die verschiedenen Umschläge sind zum Beispiel Privatentnahme oder auch „Gehalt“ genannt für dich, Rücklagen für die Steuer, manche Leute haben auch noch einen Profit-Umschlag und in einen Umschlag kommt Geld, um dein business am Laufen zu halten.

In jeden Umschlag kommt ein bestimmter Prozentsatz deiner Einnahmen. Je nach dem, wie hoch deine Einnahmen sind, variieren diese Anteile. Und auch je nach dem, ob du Produkte verkaufst und dafür Ausgaben hast oder ob du Dienstleister bist. In den Shownotes verlinke ich eine Tabelle von Mike Michalowicz, dem Autor von Profit First, um dir einen Eindruck davon zu geben, wie diese Anteile aussehen könnten.

In meinem Fall sind es derzeit 15% Privatentnahme, also so eine Art Lohn, wobei Selbstständige ja keinen klassischen Lohn bekommen. 15% Steuerrücklage und 70%, der größte Anteil, wird dazu benötigt das business wachsen zu lassen. Bei mir ist es ja ein Sonderfall, weil meine privaten Ausgaben ja durch den Gründungszuschuss gedeckt werden und ich eigentlich alles, was ich durch mein business einnehme, momentan wieder hinein investieren kann. Also zum Beispiel in die Produktion von neuen Produkten.

Natürlich stecke ich nicht jeden Monat das Geld in verschiedene Umschläge. Das Bild ist nur dazu da, um dir das Prinzip zu verdeutlichen. Ich habe schon davon gehört, dass Leute sich unterschiedliche Konten einrichten, aber das ist vorerst nichts für mich. Ich habe ein einziges Konto und eine Excel-Tabelle, wo ich eintrage, wie viel für was gedacht ist und versuche mich daran zu halten.

4. Es ist wichtig, dass du dir einen „Lohn“ durch die Privatentnahme auszahlst. Auch wenn es noch nicht viel ist. Jeden Monat einen gewissen Prozentsatz an dich, für deine harte Arbeit auszubezahlen und dir davon etwas zu gönnen, finde ich total wichtig. Das mache ich auch! Und gönne mir dann davon etwas richtig, richtig tolles. Sei es etwas zum Anziehen, was tolles für die Wohnung, ein Restaurant-Besuch oder Wochenend-Trip. Man braucht einfach ab und zu eine Belohnung und Bestätigung. Das ist gut für die Motivation und die wollen wir langfristig ja nicht verlieren, oder? Und es ist toll zu sehen, wie dieser Anteil jeden Monat mehr wird und du dir immer mehr gönnen kannst. Nicht vergessen solltest du außerdem, dass empfohlen wird, dir als Selbstständiger private Rücklagen zu bilden, um im Notfall 3-4 Monate ohne Einnahmen auskommen zu können. Damit könntest du auch schon anfangen und einen Teil deines „Lohns“ in diese Rücklagen zu investieren.

5. Du bist nicht dein Kontostand. Finanzielle Sorgen können enorm blockieren. Sie können dich schlecht schlafen lassen, das kenne ich auch. Deine Kreativität einschränken. Sie können aber auch bewirken, dass du an dir selbst zweifelst. Aber: du bist nicht dein Kontostand. Wenn da mal ne Zeit lang Ebbe herrscht, heißt das nicht, dass du minderwertig bist. Es bedeutet, dass dein Geld grad einfach woanders ist. Bei mir steckt es in den Produkten, die ich habe anfertigen lassen. Und somit vermehrt es sich, wenn ich es verkaufe. Definiere dich nicht über eine Zahl. Deine Persönlichkeit ist viel mehr als das!

6. Ich finde Geldsorgen fühlen sich sehr beengend an. Sie lösen ein zusammenziehendes Gefühl in der Brust aus und negatives Gedanken-Ping-Pong. Wenn ich das merke, versuche ich das Gefühl bewusst zu ändern: zu Fülle. Ich habe schon viel und ich habe noch viel mehr zu geben. Ich denke dann an die Ideen, die ich bisher umgesetzt habe und was noch in mir schlummert. Du hast mit Sicherheit auch viel zu geben. Und das wird sich auszahlen.

Ich hoffe ich konnte dir mit dem Einblick in meine Geldstrategie weiter helfen und bin gespannt, was du für Tipps auf Lager hast. Dafür kannst du mir gerne schreiben. Zum Beispiel auch in die iTunes-Bewertung.

Meinen Blog und meinen Shop findest du unter www.stahlpink.de und auf Instagram heiße ich auch @stahlpink, so wie mein Label. Im Shop gibt es seit letzter Woche übrigens die Möglichkeit, mir ein kleines finanzielles Dankeschön in Form eine Kaffee- oder Blumenstraußspende da zu lassen. Also wenn dir dieser Podcast gefällt und du mir etwas zurück geben möchtest, schau dort mal vorbei.

Nächsten Sonntag gibt auf Instagram übrigens gegen 19 Uhr wieder ein Live-Video zur nächsten Podcast-Folge, schau da mal vorbei wenn du Lust hast, ich freue mich!

Ich wünsche dir nun eine tolle Woche, hoffentlich in Fülle und mit einer ausgefeilten Finanz-Strategie. Bis zum nächsten Mal beim #megamutig-Podcast!

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