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Die Kunst der Aufmerksamkeit

Die Aufmerksamkeit ist ein flattriges Ding. Was ich tue, um aufmerksamer zu sein.

Es ist Freitagmorgen. Ich sitze am Schreibtisch und versuche, die eingegangenen Rechnungen der letzten Woche im mein Buchhaltungstool einzupflegen. Keine besonders glanzvolle Aufgabe. Lieber würde ich nackt den Moonwalk auf dem Alexanderplatz machen, als mich noch länger mit der Buchhaltung zu beschäftigen. Bloß von dem Moonwalk hätte das Finanzamt nichts. Außer es guckt zu. Naja unwahrscheinlich.

Mama ruft an, dabei kann ich unmöglich weiter Rechnungen bearbeiten. Also öffne ich Photoshop und bearbeite ein paar Bilder, während ich mit ihr telefoniere. Cool, schaffe es drei Bilder zu verschönern, während ich mit ihr quatsche. Nach dem Anruf fällt mir ein, dass die Rechnungen noch nicht fertig sind.

Also gut, die nächste Rechnung. Meine Gedanken schweifen ab – ach ja, ich muss ja noch dringend Haferflocken kaufen. Also kurz das Handy gezückt und die Einkaufszettel-App auf den neuesten Stand gebracht. Nun sehe ich, dass ich eine neue Mail auf dem Handy habe. Den Newsletter meines Lieblingslabels, das muss ich mir kurz angucken. Gott sind die Pullis schön! Plötzlich kommt eine Nachricht auf Instagram: eine Reaktion auf eine Story, die ich vor fünf Minuten gepostet habe. Muss natürlich kurz antworten. Und dann sehe ich eine Anfrage, ob ich die geometrische Holzkette in brombeer noch habe. Ok, dazu muss ich aufstehen und kurz im Regal nachgucken. Da fällt mir auf, dass ich mal auf’s Klo müsste. Oder doch erst Kaffee kochen? Ich wäge ab, welches Bedürfnis dringender ist – und gehe erst mal Kaffee kochen. Während der Kaffee durch läuft, scrolle ich durch Instagram. Dabei fällt mir ein, dass ich ja noch ganz dringend die Mail beantworten/ eine Bestellung fertig machen/ Material ordern/ die Kundenanfrage beantworten/ den nächsten Instagram-Post vorbereiten muss.

So das war ein kleiner Einblick in mein Leben als Selbstständige. Und in meine mentale Verfranstheit.

In meinem Oberstübchen rauschen die Aufgaben und To-dos durcheinander. Gar nicht erwähnt sind die Gedanken über die Zukunft, Erinnerungen die aus der Vergangenheit plötzlich als mentale Push-Nachricht in meinem Gedankenstrom auftauchen und Liebesfragen/ Wochenendpläne/ kleine süße Hunde die ständig meine Gedanken kreuzen.

Geht es dir auch manchmal so? Du läufst verstrahlt in einen Raum, nicht mehr wissend, was du darin eigentlich wolltest. Oder du bist in Gedanken schon bei anderen Aufgaben, während du dich schwer auf die aktuelle task konzentrieren kannst? Mit einer Aufgabe beginnst, obwohl die andere noch gar nicht fertig ist? Dich von deinen Kollegen/ Mitschülern/ vom ewig dudelnden Handy oder einer vorbeiziehenden hübschen Wolke ablenken lässt?

Aufmerksamkeit

Ist es das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom? Müssen wir uns nun alle Pillen dagegen besorgen?

Nein, ich glaube es liegt einfach daran, dass wir ständig einer Flut von äußeren Impulsen ausgesetzt sind. Instagram, WhatsApp, Facebook, Anrufe von Mutti. Dazu kommt die eigene Gefühlswelt und Gedanken, die uns auf Trab halten und unsere Aufmerksamkeit fordern. Das kann ganz schön viel werden.

Ich selbst bin manchmal ziemlich unachtsam mit meiner Aufmerksamkeit. Dabei ist sie ein kostbares Gut. Nicht umsonst buhlen Marketing und Unternehmen mit immer ausgefeilteren Methoden um sie.

Und Aufmerksamkeit kann anstrengend sein. Das weiß ich noch aus dem Chemie-Unterricht in der Schule. Dem Lehrer 45 Minuten zu folgen, wie er eine komplizierte Versuchsanordnung erklärt, hat mein Energielevel regelmäßig in den Keller gezogen.

Was tun?

Hast du schon mal versucht, bei einem Gespräch deine volle Aufmerksamkeit auf das zu richten, was der andere sagt? Wenn du so gestrickt bist wie ich, dann wandern deine Gedanken gerne mal woanders hin. Die Nachbarin erzählt von ihrem neuen Job, während ich darauf aufmerksam werde, dass sie schöne Haare hat. Würde mir diese Farbe auch stehen? Ich muss dringend mal wieder die Haare färben. Ob dieser tolle Frisör diese Woche wohl noch Zeit für mich hat? Während sie mir also von ihrem neuen Lebensabschnitt erzählt, sitze ich gedanklich auf dem Friseursessel.

Zum Glück gibt bestimmte Übungen, um aufmerksamer zuzuhören. 

Davon profitiert nicht nur dein Gesprächspartner, sondern auch du. Es ist toll einem lieben Menschen die volle Aufmerksamkeit zu schenken – und seien wir mal ehrlich: es ist eine Form des Respekts.

Unachtsamkeit kann auch ein Zeichen dafür sein, dass etwas nicht stimmt- in den Phasen, in denen ich wie oben beschrieben meine Aufmerksamkeit nur schwer fokussieren kann, dann läuft etwas nicht rund. Entweder ich bin erschöpft, brauche eigentlich mal eine Pause ohne es mir einzugestehen, bin gestresst oder physisch unausgeglichen.

Also muss man sich gar nicht schlecht fühlen, wenn man phasenweise unaufmerksam ist – die Aufmerksamkeit wird schon wieder kommen, wenn du dich um dieses flattrige Vögelchen kümmerst.

Meine Tips für mehr Aufmerksamkeit:

– genügend Pausen machen. Erschöpfung führt dazu, dass wir unkonzentrierter werden. Also gönn’ sie dir, es zahlt sich aus, indem du effektiver bist
– das Handy mal weg legen. Oder bestimmte Chats oder Apps auf stumm stellst. Seien wir mal ehrlich: es bimmelt – kannst du dem Reiz widerstehen, mal drauf zu schauen? Also ich kann es nicht, dazu bin ich viel zu neugierig
– dir Prioritäten setzen. Ich habe fest gestellt, dass ich fokussierter arbeite, wenn ich mir im Vorfeld einen strikten Plan aufsetzte, was wann wichtig ist und bist wann erledigt sein soll. Ein Hoch auf Zeitdruck!
– meditieren. Ich benutze dafür die Headspace-App seit ungefähr einem Jahr und in letzter Zeit sogar täglich. Und ich liebe es. Nach einer Meditations-Session bin ich viel wacher, entspannter, konzentrierter und aufmerksamer. Ich plane sogar meinen Arbeitstag so, dass ich Dinge, die mir schwer fallen, einfach nach dem Meditieren mache. Dann geht es leichter. Meditations-Magic!

Aufmerksamkeit hat noch eine weitere Facette als die pure Konzentration auf das hier und jetzt. Das Tolle an der Aufmerksamkeit ist: da wo sie ist, dort tritt Veränderung ein. Also wenn du deine Aufmerksamkeit zum Beispiel dahin lenkst, was dich schon länger nervt, dann suchst du konstruktiv nach Lösungen. Und wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf das Positive im Leben richten, fühlen wir uns glücklicher.

 

Fazit

Aufmerksamkeit ist ein kostbares Gut und wir sollten achtsam damit umgehen.
Und ich hoffe du bist besonders aufmerksam, wenn du mich mal nackt auf dem Alexanderplatz den Moonwalk machen siehst.

Hast du auch deine Erfahrungen mit Aufmerksamkeit gemacht? Wie stehst du dazu? Schreibe es mir als Kommentar!


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