Female future force - wird die Zukunft weiblich oder gleichberechtigt? stahlpink

Die Zukunft: wird sie nun weiblich? Oder doch lieber gleichberechtigt?

Jeder kennt die T-Shirts mit feministischen Slogans. Von “The Future Is Female” zu “Female Future Force”. Doch diese Botschaften gefallen anscheinend nicht allen.

Gestern habe ich ein Podcast-Interview gehört, in dem es eigentlich um Business-Gründungen ging (jep, immer noch eines meiner Lieblingsthemen). Im Gespräch miteinander waren zwei sympathische und erfolgreiche Geschäftsfrauen. Es ging um Business im Allgemeinen, die Branche im Besonderen, die spannende Arbeit und vieles mehr. Doch dann schwenkte das Thema in andere Gebiete: es ging um die #metoo-Debatte und Feminismus.

Und die interviewte Geschäftsfrau (-frau!) kritisierte am aktuellen Programm von EditionF den Namen „Female Future Force“, der auch sehr werbewirksam auf T-Shirts prangt und von vielen Teilnehmerinnen der erfolgreichen Academy getragen wird.

Was solle sie denn bitte ihrem Sohn sagen, wenn der solch einen Spruch auf einem Shirt sieht? Dann fühle er sich doch ausgeschlossen. Das könne sie gar nicht verstehen und deshalb fände sie den Spruch gar nicht gut.
Beim Hören verging ich fast vor Fremdscham. Und musste den Podcast schnell abbrechen. 

Diese Debatte gibt es schon lange. Der Spruch „The future is female“ stammt aus den 70ern und wurde damals von einem feministischen Buchladen in New York verbreitet. Als Kampfansage an das Patriarchat. Vor einigen Jahren wurde das Shirt neu aufgelegt und einige Sternchen trugen es öffentlich. So wurde der Slogan von damals einfach übernommen, ohne zu berücksichtigen, dass der Spruch viele ausschließt, die ebenfalls unter dem Patriarchat leiden: queere, trans und andere nicht-binäre Personen. Als Alternative wurde eingeführt „The future is equal“. Klingt weniger nach Kampfansage, schließt aber alle ein (auch die Männer).

Doch leider ist es immer noch so, dass vor allem Frauen Bestärkung benötigen. Die Gegenwart ist eben nicht gleichberechtigt, ein Großteil der Frauen verdienen immer noch weniger als die Männer, müssen Angst vor Altersarmut haben und werden auch im Arbeitsalltag nicht immer gleichberechtigt behandelt.

Die positive Tendenz ist da, Besserung ist in Aussicht. Aber wir sind noch lange nicht so weit, von Gleichberechtigung zu sprechen.
Frauen sollten mehr gehört, mehr verstanden werden. Eben weil sie lange Zeit zurück stecken mussten. Nicht nur in ihrem eigenen individuellen Leben, sondern auch historisch betrachtet. 

Wenn jemand einen solchen Slogan also kritisiert, dann macht mich das wütend. In dem speziellen Fall hat die Frau ihren Sohn in Schutz genommen. Klar ist ihr Sohn in dem Slogan nicht eingeschlossen. Klar wundert er sich möglicherweise, warum der Satz nicht für Jungs und Männer gilt. Aber dann ist es doch an den Eltern zu erklären, dass Frauen lange Zeit als das schwache Geschlecht galten. Dass viele Frauen immer noch darunter zu leiden haben. Dass der Spruch eben jene ermutigen soll. Den Satz in einen historischen und soziologischen Kontext zu setzten und ihrem Sohn eine Prise Feminismus mitzugeben, das wäre die ideale Lösung gewesen.
Sie selbst muss diese Shirts ja nicht tragen, aber mehr Verständnis dafür aufbringen, warum es diesen Slogan (immer noch!) gibt.

Die Zukunft soll kein Wettbewerb sein zwischen Männern und Frauen. Niemand soll irgendwen übertrumpfen.
Männer, ihr müsst keine Angst haben! Frauen, ihr müsst eure Söhne nicht vor den bösen Feministinnen verstecken! Als naive Idealistin stelle ich mir eine Zukunft vor, in der Geschlecht keine Rolle spielt. Aber bis dahin ist es noch weit.
Aber alle Kritiker sollten bitte etwas mehr Verständnis dafür zeigen, dass es diese Shirts gibt und dass sie gerne getragen werden. Ich habe übrigens auch schon Männer diese T-Shirts tragen gesehen. Und sie sahen gut aus!

Wie siehst du diese Debatte um feministische Slogans?

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“Bist du froh, eine Frau zu sein?”

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