#megamutig-Podcast Folge 34 stahlpink

Hilfe, ich werde kopiert! – #megamutig-Podcast / Woche 34

Der Horror eines jeden Designers: kopiert werden. Was da gerade los ist und wie ich Inspiration von Ideen-Klau unterscheide, dazu mehr in der neuen #megamutig-Podcast-Folge!

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Transkript der Folge:

Hi Leute, willkommen zum megamutig-Podcast.

Ich bin Maggie und ich habe ein Experiment gestartet: ich mache mich selbstständig. Und ich nehme euch in meinem ersten Jahr mit.

Ich habe nämlich gemerkt, dass viele in meinem Umfeld diesen Schritt mega mutig fanden und das bei vielen Fragen aufgeworfen hat. Vielleicht kann ich den einen oder anderen inspirieren oder aber als Negativbeispiel dienen, je nach dem, wie sich das Jahr noch entwickelt.

Ich mache stahlpink nun schon seit über sechs Monaten und jetzt in letzter Zeit ist mir etwas aufgefallen: andere Personen oder Marken, die einen ähnlichen Stil haben wie meinen, etwas ähnlich angehen oder scheinbar Aspekte kopieren.

Vor einigen Tagen habe ich einen ziemlichen Anfall bekommen, weil ich gemerkt habe, dass jemand mich gefühlt kopiert. Ich kann jetzt hier gar nicht sagen, was es war, aber für mich war es schon ziemlich offensichtlich. Und ich hasse das so sehr. Jeder will, dass die eigene Arbeit anerkannt und gewertschätzt wird, aber bitte nicht nachgeahmt.

Na gut, nach diesem kurzen aber heftigen Aufreger wurde mir klar, dass das einfach nicht ausbleiben kann. Ich veröffentliche Content und Produkte und möchte damit natürlich möglichst viele erreichen. 

Und anscheinend gefällt es anderen und sie lassen sich davon inspirieren. Das ist doch eigentlich gut so, oder?

Ja, aber gleichzeitig kränkt es das Ego doch ein wenig. Dass eine andere Person so schamlos sein kann. Und dass diese Copycat sich das traut! Das sind natürlich alles trotzig-kindische Gedanken. Und ich sollte drüber stehen.

Schon während des Design-Studiums wurde ich das erste Mal mit dieser Problematik konfrontiert: ich hatte eine super tolle Idee für ein Produkt und habe es einer Freundin gezeigt. Die meinte, ich solle es unbedingt schützen lassen. Ich dachte mir, dass das nicht nötig ist. Da, wo diese Idee her kam, sind noch mehr solcher Ideen. Daher machte es mir nichts aus, wenn irgendwer diese spezielle Idee klauen würde. Ganz schön wohlwollend, oder? Ich sagte mir damals: nur weil jemand seine Kerze an meiner Kerze anzündet, geht meine Kerze ja nicht aus. 

Aber wenn man von seinen Produkten leben will und damit sein Geld verdient, kann es ganz schön mies sein, wenn andere Personen oder Marken, womöglich stärker etablierte Marken, Ideenklau betreiben. 

Wie schützt man also seine Ideen?

Man kann unmöglich für jedes Produkt ein Geschmacksmuster anmelden, das wäre (zumindest in meinem Fall) viel zu teuer. Im Studium habe ich gelernt, dass es ein sogenanntes kleines Geschmacksmuster gibt, das die eigenen Ideen schützt. Aber da ich keine Juristin bin, kann ich euch hier keine Rechtsberatung geben und alle Infos sind ohne Gewähr. 

Und für mich geht es nicht nur um Ideen. Ich werde oft angeschrieben und im freundschaftlichen Ton gefragt, wie ich dieses oder jenes mache oder wo ich produzieren lasse. Im Falle meines Instagram-Accounts werde ich ständig gefragt, wie ich diesen Collagen-Look hinbekomme. Ich bin da ganz offen und schreibe dann, dass ich Photoshop dafür verwende. Denn die meisten glauben, dass es dafür eine App oder ähnliche Hilfmittel gibt. So weit ich weiß, gibt es dafür noch keine App. Daher gebe ich diese Info raus, weil ich weiß, dass die wenigsten „Normalos“ Photoshop auf ihrem Computer haben und das für die meisten viel zu aufwendig wäre, ihre Bilder so zu bearbeiten, um sie dann auf Instagram zu posten. Aber ich mache das gerne, weil mir ein besonderer Look wichtig ist. 

Andere Infos gebe ich aber nicht raus. Wenn mich andere Designer anschreiben und fragen, wo ich was produzieren lasse, könnt ihr davon ausgehen, dass ich euch diese Information nicht geben werde. Zu groß ist das Risiko, dass andere Designer Produkte auf den Markt bringen, die meinen ähnlich sind. 

Und für die Recherche nach geeigneten Produzenten geht viel Zeit und Arbeit drauf: ich suche Hersteller raus, frage an, lasse mir Muster zukommen und wähle aus. Das ist Arbeit und gehört für mich ein Stück weit zum Gestalten dazu. Deshalb bin ich da aus gutem Grund vorsichtig. 

Im Endeffekt bleibt es Einstellungssache. Ich distanziere mich von den Personen und Marken, die mir möglicherweise etwas nachmachen und versuche mich einfach nicht mehr darüber zu ärgern. Über meinem Schreibtisch hängt ein toller Spruch, der heißt: „Tip for success: Focus on your own shit.“ Und das versuche ich zu berücksichtigen.

Und einen anderen Blickwinkel einzunehmen: denn ich lasse mich ja auch gerne und viel inspirieren. Ich treibe mich auf Pinterest rum und bookmarke mir tolle Bilder auf Instagram.

Wenn ich diese Inspiration für Produkte oder Fotos weiter verwende, versuche ich immer, meinen eigenen Twist rein zu bringen und gehe eigentlich nicht davon aus, dass irgendwer meine Werke als Nachahmung betrachtet. Allerdings kann es doch durchaus sein, dass jemand meinen content oder meine Produkte betrachtet und selbst etwas ärgerlich wird, weil es ihn oder sie an sein oder ihre eigene Arbeit erinnert. Es gibt einfach schon so viel von Menschen produzierten content da draußen, da ist es verständlich, dass sich einiges ähnelt. Selbst die Glühbirne wurde gleichzeitig an zwei verschiedenen Orten erfunden. 

Dessen sollte man sich bewusst sein. Auch Joanne K. Rowling wurde vorgeworfen, sich bei Herr der Ringe bedient zu haben. Dabei war es eher so, dass sie sich von der mystischen Welt von Zauberern hat inspirieren lassen, um etwas ein Stück weit Neues und Eigenes zu erschaffen. Also war es keinesfalls Ideenklau, sondern Inspiration.

Das ist für mich etwas grundlegend anderes. Bei Inspirationen schafft man etwas Neues aus der vorliegenden Inspiration, beim Klau übernimmt man etwas 1:1 ohne die Urheberschaft anzugeben. Dagegen kann man im Ernstfall auch juristisch vorgehen, was ich aber in meinem Fall nicht machen werde. Für mich ist es eher Ansporn, weiter zu machen und dem ganzen etwas oben drauf zu setzten. So bleibt man seinen Copycats immer einen Schritt voraus.

Und ich bin mir sicher: Sinn und Erfüllung findet man nicht, indem man andere kopiert. 

Wie steht ihr dazu? Schreibt mir doch zu dem Beitrag dieser Folge auf dem Blog oder auf Instagram. 

Ich freue mich über eure Meinungen und Austausch. Und noch mehr freue ich mich über eine Bewertung dieses Podcasts über Apple Podcasts. 

Nächste Woche bin ich übrigens auf der Re:Publica in Berlin, sag gerne „hi“ falls du auch da bist! 

Bis dahin wünsche ich dir eine schöne Woche und bis zum nächsten Mal beim #megamutig-Podcast, dann aus Berlin!

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