#megamutig-Podcast Krankenversicherung

Keine Angst vor der Krankenversicherung – #megamutig-Podcast / Woche 43

Ungerecht hohe Krankenversicherungsbeiträge und die Pflicht, sich selbst mit der Bürokratie rund um die Krankenversicherung auseinander zu setzten – das hindert viele daran, sich selbstständig zu machen. Wie hoch die Kosten tatsächlich sind und warum ich es nicht in die Künstlersozialkasse geschafft habe, dazu mehr in der neuen Folge des #megamutig-Podcasts!

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Shownotes:

Online-Rechner, um die Beitragshöhe zu ermitteln
Künstlersozialkasse

Transkript der Folge:

Hi Leute, willkommen zum megamutig-Podcast.

Ich bin Maggie und ich habe ein Experiment gestartet: ich mache mich selbstständig. Und ich nehme euch in meinem ersten Jahr mit. 

Ich habe nämlich gemerkt, dass viele in meinem Umfeld diesen Schritt mega mutig fanden und das bei vielen Fragen aufgeworfen hat. Vielleicht kann ich den einen oder anderen inspirieren oder aber als Negativbeispiel dienen, je nach dem, wie sich das Jahr noch entwickelt. stahlpink heißt das Label, das ich als Produktdesignerin gegründet habe und auch über dieses Herzensprojekt berichte ich im #megamutig-Podcast.

Willkommen zu Woche 43

Letzte Woche ist der Podcast unerhofft ausgefallen! Leider, leider! Ich war über’s Wochenende bei meinen Eltern, hatte sogar mein Podcasting-Equipment eingepackt – aber es gab in dem Dörfchen, in dem meine Eltern wohnen, leider das ganze Wochenende lang kein Internet. Darauf war ich nicht vorbereitet- ich hatte nämlich ein spezielles Thema, über das ich gerne sprechen wollte und auf das ich mich im Vorfeld gerne etwas intensiver vorbereitet hätte: das Thema Krankenversicherung für Selbstständige.

Leider konnte ich die Folge also nicht vorbereiten und am Montag darauf ging es ab in den Urlaub – und da war ich urlaubsmäßig so eingespannt, dass ich auch keine Folge aufnehmen konnte. Ich bin eigentlich echt stolz darauf, wirklich jede Woche und schön regelmäßig eine neue Folge zu veröffentlichen – ich hab sogar am Ostermontag eine Folge gemacht – aber in der letzten Woche war das Universum wirklich dagegen, also verzeiht. Aber jetzt weiß ich, dass es sogar ganz gut war noch die eine Woche mit der Folge zu warten, denn in der Zwischenzeit hat sich etwas getan in der Frage, welche Krankenversicherung ich als Selbstständige wähle. Aber dazu gleich mehr. 

Erst einmal die Frage: warum ist das Thema Krankenversicherung überhaupt relevant für Selbstständige? Es ist nicht unbedingt reizvoll, sich damit auseinander zu setzten. Aber es ist wichtig. Immerhin ist es gesetzlich vorgeschrieben, krankenversichert zu sein. Und vor allem, wenn man grad am Anfang ist oder noch überlegt, sich selbstständig zu machen, sind die Kosten für die Krankenversicherung für viele ein Hinderungsgrund. Denn was im Angestelltenverhältnis oder als Student irgendwie gar kein Problem war und wie automatisch lief, wird auf einmal ein riesen Batzen. Kein Wunder, dass sich viele damit nicht auseinandersetzen wollen und lieber in der gemütlichen Festanstellung bleiben. 

Aber ich kann dir versichern: es ist alles halb so schlimm. Man muss sich bloß etwas rein finden und informieren.

Ich bin der Einfachheit halber bei meiner alten Krankenversicherung geblieben, bei der ich auch schon als Studentin und Angestellte war. Dort habe ich im letzten Jahr kurz angerufen und Bescheid gegeben, dass ich mich selbstständig mache. Daraufhin habe ich einen Fragebogen zugeschickt bekommen, in den ich unter anderem mein Einkommen eingetragen habe.

Denn anhand des Einkommens berechnet die Krankenversicherung die Beitragshöhe. 

Und das ist gar nicht so einfach, immerhin verdient man im ersten Jahr der Selbstständigkeit noch nicht so viel oder das Einkommen schwankt sehr. 

Deswegen gibt es eine sogenannte Mindestbemessungsgrundlage. Das ist der Wert, von dem die Versicherung ausgeht, auch wenn du weniger Einnahmen hast. 2018 liegt der bei 2283,75 pro Monat. Also selbst wenn du viel weniger Einkommen hast, geht die Krankenversicherung von diesem Wert aus. Ob das fair ist, steht auf einem anderen Blatt. Für Selbstständige mit geringen Einkommen kann der Krankenkassenbeitrag eine absolute Belastung sein. Deshalb hat die Bundesregierung im Koalitionsvertrag angekündigt, die Mindestbemessungsgrundlage auf 1.150 Euro herabzusetzen. Aber wann das genau passieren wird, ist noch ungewiss.

Wenn du einer der Glücklichen bist und den Gründungszuschuss beziehst, dann liegt die Mindestbemessungsgrundlage bei ca. 1500 Euro. Diesen ermäßigten Beitragssatz kannst du auch beantragen, wenn du geringe Einnahmen hast.

Es ist also sehr individuell, wie hoch der Versicherungsbeitrag ist. Aber du solltest dich darauf einstellen, dass er bei 300-400 Euro im Monat startet. Der Höchstsatz liegt bei 700 Euro. Die werden aber erst fällig, wenn du mehr als monatlich 4.425 verdienst.

Ich verlinke dir einen Online-Rechner, der dir ganz zuverlässig deinen Beitragssatz ermittelt.

Die Versicherung vergibt die Beiträge vorläufig. Vorläufig heißt, dass die Versicherung erst einmal einen bestimmten Beitrag ansetzt und dann nachträglich anhand des Steuerbescheids prüft, wie das definitive Einkommen gewesen ist. Es kann also sein, dass du von der Versicherung auch etwas zurück bekommst – oder aber nachzahlen musst, wenn deine Gründung erfolgreicher verläuft als geplant. Deswegen ist es sinnvoll, ein kleines finanzielles Polster zu haben, falls es zu solch einer Nachzahlung kommt.

Ich bin gesetzlich freiwillig versichert, zur privaten Krankenversicherung kann ich leider nicht viel sagen, außer dass sich die Beitragshöhe nicht nach dem Einkommen richtet, sondern nach anderen Angaben, wie zum Beispiel Alter und Gesundheitszustand. Wenn du also extrem viel verdienst und top fit bist, würde es sich wahrscheinlich lohnen, in die private Versicherung zu wechseln. 

Falls du Designer oder Künstler bist, hast du mit Sicherheit auch schon von der KSK, der Künstlersozialkasse gehört. 

Die KSK übernimmt den Part des Arbeitgebers, du zahlst also nur die Hälfte. Eine super Sache. Und für viele Designer, die ich kenne, eine echte finanzielle Erleichterung.

Ich habe auch versucht, in die KSK rein zu kommen. Dazu muss man einen Fragebogen ausfüllen, den du dir online auf der Seite der KSK runter laden kannst. Und dann musst du noch zwei Dinge nachweisen: erstens, dass du ein Künstler, Publizist, Musiker, Designer oder ähnliches bist. Das kannst du anhand von Einträgen in Fachlexika, Nachweisen von Kunstausstellungen, Design-Preisen usw.

Ich habe eine Liste aller meiner Tätigkeiten gemacht, die etwas mit Gestaltung und Designen zu tun haben. Habe Fotos geschossen und Kopien von Skizzen gemacht.

Zweitens musst du nachweisen, dass du mit deiner Tätigkeit tatsächlich etwas verdienst und das nicht nur zum Spaß machst. Also musst du Rechnungskopien vorzeigen können oder Auftragsbestätigungen.

Es gibt ja das Gerücht, dass es super schwierig ist, in die KSK zu kommen. Tatsächlich haben sie mir eine echte Chance gegeben. Ich wusste, dass es für mich schwierig werden würde. Denn ich habe eine Gewerbe angemeldet und auch wenn ich viel gestalte und mich als Designerin bezeichne, handle ich gewerbsmäßig also in größeren Stückzahlen. Ich verkaufe ja keine Unikate, was ich bewusst so entschieden habe.

Deshalb hatte ich heute einen Ablehnungsbescheid der KSK im Briefkasten. Aber die haben es sich mit der Entscheidung echt schwer gemacht. Der Prozess zog sich nun seit neun Monaten – genau zum Start meiner Selbstständigkeit habe ich mich dort nämlich angemeldet. Seither haben sie immer wieder Belege und Nachweise von mir gefordert, die ich natürlich erbracht habe. 

Aber ich war schon darauf eingestellt, dass es wahrscheinlich nichts wird. Eben weil ich noch keine Design-Preise gewonnen oder in Künstler-Lexika vertreten bin. Aber ich bin froh, dass sie meinen Fall trotzdem so gründlich geprüft haben und mir nicht gleich eine Absage erteilt haben. 

So, das war es zum Thema Krankenversicherung. Was ich dir auf jeden Fall noch mitgeben möchte: lass dich von der Angst vor den Kosten nicht daran hindern, dein Ding durchzuziehen. Wenn du wirklich gerne selbstständig werden möchtest und eine Gründungsidee hast für die du brennst, dann wirst du das Geld zusammen bekommen. 

Danke für’s Zuhören und wenn du magst, dann teile einen Screenshot des Podcasts auf Instagram und vertagge den Account @stahlpink darin, darüber freue ich mich immer sehr. Und wenn du eine Freundin oder einen Freund hast, der darüber nachdenkt, sich selbstständig zu machen und sich aber vor den ach so hohen Kosten fürchtet, dann darfst du diese Folge gerne weiter empfehlen. Und schaue gerne auf meiner Seite vorbei www.stahlpink.de

Ich freue mich, dass du diese Folge gehört hast und hoffe, du bleibst gesund! Bis zum nächsten Mal beim #megamutig-Podcast!

 

Hinweis: Dies ist ein redaktioneller Beitrag, Werbung da Markennennung oder Verlinkung, aber unbezahlt und unbeauftragt

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