#megamutig Podcast Episode 3 arm aber glücklich

Arm aber glücklich? – #megamutig – Podcast / Woche 3:

In dieser Folge geht es um das Thema, das viele beschäftigt und um den Grund, warum wohl viele vor der Selbstständigkeit zurückschrecken: das Geld! Wie ich die erste Phase der Selbstständigkeit finanziell überbrücke und warum ich keinen Kredit aufnehme, erfährst du in der dritten Folge des #megamutig-Podcasts.


Shownotes:

“Frei sein statt frei haben” von Catharina Bruns und Sophie Pester

Hier das Transkript der Folge:

Hi Leute, willkommen zum megamutig-podcast.

Ich bin Maggie und ich habe ein Experiment gestartet: ich mache mich selbstständig. Und ich nehme euch in meinem ersten Jahr mit.

Ich habe nämlich gemerkt, dass viele in meinem Umfeld diesen Schritt megamutig fanden und das bei vielen Fragen aufgeworfen hat. Vielleicht kann ich den einen oder anderen inspirieren oder aber als Negativbeispiel dienen, je nach dem, wie sich das Jahr noch entwickelt.

Willkommen zu Woche 3!

Ich tüftel nun schon drei Wochen lang an meiner Selbstständigkeit und um ehrlich zu sein, habe ich noch 0 Euro verdient. Das liegt aber an meiner besonderen Situation: ich werde eigene Produkte launchen und die zu gestalten und herzustellen dauert einfach etwas Zeit. Und in dieser Zeit verdiene ich noch nichts.

Letzte Woche habe ich meine erste Marge an Produkten produzieren lassen und allein das hat mich 800 Euro gekostet.

Da fragt ihr euch sicher, wie macht die das mit den Finanzen?

Es ist ein leidiges Thema und dazu gibt es auch schon viele Informationen im Internet. Mich hat es auch anfangs stark beschäftigt. Soll ich einen Kredit aufnehmen? Komme ich auch so klar?

Es gibt verschiedene Angebote für Gründer, z.B. der KfW-Kredit, der für Gründer ideal zu sein scheint.

Aber für mich kommt das nicht in Frage. Bevor ich meinen Job gekündigt habe, habe ich mich vor allem auf die Finanzen konzentriert. Und mich gefragt, wie schaffe ich das? Welche Mittel benötige ich?

Ich habe Anfang des Jahres das Buch „Frei sein statt frei haben“ von Catharina Bruns und Sophie Pester gelesen. Ich verlinke euch das Buch in den shownotes. Das Buch fand ich wahnsinng toll und hilfreich. Es geht dabei darum, wie man als kreativer Kopf ein Business aufbaut. Also mit praktischen Tipps und Tools. Darin fragen die Autorinnen auch: wie unabhängig möchtest du sein?

Nimmt man einen Kredit auf oder lässt sich von Business-Angels unterstützen, hat man natürlich Vorteile, weil man schnell wachsen kann. Man hat eine gute finanzielle Basis. Aber man macht sich aber auch sehr abhängig.

Ich finde, das ist eine wahnsinnig wichtige Entscheidung, man gestaltet damit schon, wie das Business laufen soll. Will ich schnell wachsen, ähnlich wie Start-Ups, oder gefällt es mir besser das ganze langsam anzugehen?  Will ich allein alle Entscheidungen treffen können oder mir reinreden lassen?

In dem Buch geben sie den Tipp, dass Gründer möglichst auf Kredite verzichten sollten.

Mit wenig Kapital möglichst viel erreichen. So sehe ich das auch. Ich habe mein altes treues MacBook, einen Schreibtisch zu Hause und das reicht mir. Ich muss kein Geld für ein schickes, aber repräsentatives Büro oder einen Firmenwagen ausgeben.

Und schlafe besser, weil ich keine Schulden habe.

Natürlich gilt das nur für meine Idee. Leute, die gerne ein Cafe oder eine Buchhandlung eröffnen möchten, brauchen natürlich weit mehr Kapital für Einrichtung und dafür, die Bücher oder die Kaffeeröstmaschine zu kaufen. Das verstehe ich total und in dieser Situation würde ich mir wahrscheinlich ebenfalls einen anderen Plan machen und zur Bank gehen.

Aber ich als Designerin bin in der günstigen Lage, dass ich nur meinen Kopf, Stift, Papier und Laptop brauche und halt das, was ich produzieren lasse. Natürlich muss ich dafür in Vorleistung gehen. Aber nach dem Lesen des Buches wurde mir klar, dass ich das auch ohne Kredit hinbekommen möchte. Und das bedeutet: niemand hört es gerne- sparen!

Ich habe einige Monate eisern gespart. Während Kolleginnen ihre neuen coolen Klamotten in der Agentur spazieren trugen, habe ich meine Klamotten aus dem letzten Jahr aufgetragen.

Kein fetter Urlaub, sondern ein bisschen wandern in der Schweiz. Klar hat das wenig Prestige, aber ich hab’s überlebt. New York und schicke Fummel können warten.

Bei mir kam außerdem eine saftige Steuerrückzahlung dazu, die mich in die glückliche Lage versetzt hat, nochmal mehrere tausend Euro mehr auf dem Konto zu haben. Und auch das habe ich nicht einfach ausgegeben, sondern alles, ja wirklich alles aufgespart.

Ihr könnt mir glauben, ich gebe wahnsinnig gerne Geld aus und die Leute in der Bank haben sich sicherlich gefragt, was das für ungewöhnliche Bewegungen auf meinem Konto sind, aber mein Wunsch, mich selbstständig zu machen, war einfach so stark.

Das Polster war also groß genug, um drei Monate Sperrzeit von der Arbeitsagentur finanziell zu überbrücken und die ersten Produkte produzieren zu lassen. Für alle, die nicht wissen was die Sperrzeit bedeutet: ich habe ja selbst gekündigt und bekomme daher, quasi als Bestrafung vom Amt, drei Monate lang kein Geld. Das muss man wissen bevor man kündigt und sich darauf einstellen.

Die Sache mit dem Arbeitsamt ist eine Sache für sich, aber bisher waren die Herren und Damen sehr freundlich. Ob ich die Sperrzeit wirklich bekomme, steht noch nicht ganz fest. Ich hoffe natürlich sehr, dass ich sie umgehen kann, denn das hätte auch den Vorteil, dass ich den Gründungszuschuss vom Amt beantragen kann. Der Gründungszuschuss beträgt 300 Euro monatlich zusätzlich zum Arbeitslosengeld- es ist jetzt nicht die Welt, aber ganz nett so lange ich noch keine großen Einnahmen mit meinen Produkten habe.

Diesen Gründungszuschuss bekommt man nur unter bestimmten Umständen: wenn man noch 150 Tage Anspruch auf das Geld vom Amt hat, und das würde bei mir entfallen, wenn ich die Sperrzeit bekomme. Also alles etwas kompliziert, aber einen Vorteil hat das Ganze: ich habe einen Businessplan geschrieben, um den Gründungszuschuss zu beantragen. Ich habe lange überlegt, ob ich einen Businessplan brauche. Der Businessplan braucht Zeit, ca. 2-4 Wochen benötigt man schon dafür. Und ich wollte ja gleich in die Umsetzung gehen und nicht vorher Wochen damit verbringen, einen businessplan zu schreiben. Deswegen kann ich es verstehen, wenn man keinen Businessplan schreibt, wenn man ihn nicht braucht, z.B. für Kredite oder ähnliches.  In dem eben erwähnten Buch „Frei sein statt frei haben“, schreiben die Autorinnen, dass ein Businessplan eigentlich nicht nötig ist.

Ich habe mich aber doch dazu entschlossen, damit ich die Idee schwarz auf weiß habe, ein Stück weit strategisch ausgearbeitet und ungefähr einschätzen kann, was mich finanziell erwartet. Natürlich ist das alles nicht in Stein gemeißelt, aber nice to have.

Wer mir auf Instagram folgt, weiß dass ich seit letzter Woche meinen Businessplan fertig gemacht habe, und wie es damit nun weiter geht, das muss ich auf mich zukommen lassen.

So und nun zurück zum business: wie will ich hier mit meinem Ersprartem wachsen? Geplant ist, so ziemlich alles, was ich mit meinen Produkten einnehme, wieder in die Produktion weiterer Produkte zu stecken. Um somit das Produktangebot nach und nach zu vergrößern. Das bedeutet, dass schicke Fummel und New York auch noch weiterhin warten müssen, aber das ist nicht so schlimm.

Diese Methode der Eigenfinanzierung nennt sich Bootstrapping und wird auch in dem Buch „Frei sein statt frei haben“ beschrieben.

Für mich ist es die beste Methode, immerhin will ich mir ein Jahr geben um das Selbstständigsein zu testen und am Ende nicht mit Schulden da stehen. Außerdem lässt das Bootstrapping zu, dass man langsam in die Unternehmerrolle hineinwächst und ständig überprüft, welche Ideen und Produkte wirklich Geld bringen, sodass man gezielt dahinein investiert.

Ich habe nun zwei Produkte in Produktion und setze mich in dieser Woche an die Gestaltung weiterer Produkte, die in der Produktion aber zum Glück nicht so teuer sind und deren Produktion auch schneller geht.

Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, nebenbei kleinere Projekte anzunehmen um etwas dazu zu verdienen, aber da hatte ich letzte Woche ein sehr ernüchterndes Erlebnis. Wer mir auf Instagram folgt, hat es schon mitbekommen: ich hatte ein Vorstellungsgespräch für eine Stelle als Freie mit ca. 10 Stunden die Woche, das wäre also ideal gewesen um noch nebenher etwas zu verdienen. Im Endeffekt hat sich herausgestellt, dass dieses Unternehmen nur 10 Euro pro Stunde zahlt. Ich konnte es selbst kaum glauben, hab extra nochmal nachgefragt, ob das auch für freie Mitarbeiter gilt- aber ja. Wie ihr euch denken könnt, habe ich die Stelle nicht angenommen und schaue immer mal wieder nach weiteren Stellen, aber ich würde keinem freien empfehlen, sich so unter Wert zu verkaufen. Dann investiere ich meine Zeit und Energie lieber in die Entwicklung meiner eigenen Idee und vertraue auf mein finanzielles Pölsterchen.

Aber auch darüber halte ich euch auf dem Laufenden!

Falls dich das Thema Finanzen näher interessiert, mache ich gerne eine weitere Folge zu Finanzierungsmöglichkeiten wie Crowdfunding, verschiedene Kredite oder Fördermöglichkeiten vom Bund.

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Hinweis: Dies ist ein redaktioneller Beitrag, er enthält Werbung (da Markennennung oder Verlinkung), aber unbezahlt und unbeauftragt.

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