#megamutig Podcast Folge 4 dick und einsam Selbstständigkeit, selbstständig

Dick und einsam? – #megamutig – Podcast / Woche 4

In der vierten Woche meines Selbstständigkeit-Tagebuchs geht es um ungeahnte negative Folgen des zu-Hause-Arbeitens.


Transkript der Folge:

Hi Leute, willkommen zum megamutig-podcast.

Ich bin Maggie und ich habe ein Experiment gestartet: ich mache mich selbstständig. Und ich nehme euch in meinem ersten Jahr mit.

Ich habe nämlich gemerkt, dass viele in meinem Umfeld diesen Schritt megamutig fanden und das bei vielen Fragen aufgeworfen hat. Vielleicht kann ich den einen oder anderen inspirieren oder aber als Negativbeispiel dienen, je nach dem, wie sich das Jahr noch entwickelt.

Willkommen zu Woche 4!

Ich wollte euch mit meinem Podcast einen ungeschönten Blick auf die Selbstständigkeit liefern. Bei mir bedeutet die Selbstständigkeit erst einmal: home office. Jeden Tag.

Und was das mit sich bringt, hätte ich gar nicht erwartet.

Und zwar habe ich nach zwei Wochen gemerkt, dass meine Lieblingsjeans plötzlich zu eng ist. Ich hab innerhalb kürzester Zeit ein paar Kilöchen zugelegt. Ich glaube das liegt unter anderem daran, dass mein bisheriger, doch ziemlich langer Arbeitsweg weg fällt. Der sah bei mir bisher so aus, dass ich viel Fahrrad gefahren bin und dann noch immer 20-30 Minuten täglich zu Fuß gegangen bin (natürlich im Schnellschritt, ich hatte es ja immer eilig ;))

Mein neuer Arbeitsweg ist ca. 60km kürzer und dauert nur 10 Sekunden: nämlich vom Schlafzimmer eine Tür weiter in’s Arbeitszimmer. Und hier sitze ich dann 8-12 Stunden..

Da ich sonst ziemlich sportlich bin und viel laufen gehe, hätte ich das gar nicht so erwartet, aber die Kilöchens sind für mich erst mal gar nichts schlimm und die lassen sich ja auch wunderbar mit herbstlichen Klamotten kaschieren. Aber ich glaube, dass das für andere ein Gesundheitsfaktor sein könnte: also auch mal raus aus dem Home-Office und abends mal ‚ne Runde spazieren gehen!

Und vor allem auch mal am Wochenende aktiv sein und die sprichwörtlichen Akkus aufladen. Ich kenne mich, würde ich auch am Wochenende durch arbeiten, würde mir aber ganz schnell die Puste aus gehen. Ich habe mal von einer Selbstständigen gehört, die so viel gearbeitet hat, dass sie die Wochentage verwechselt hat und am Sonntag vor’m Supermarkt stand, der natürlich zu war. In unserer Gesellschaft und vor allem bei Selbstständigen und Start-Ups scheint es „schick“ zu sein, ständig zu husteln und im Stress zu sein. Dieser Einstellung sollten wir uns verweigern. Ich bin entspannt, aber effizient. Und achte auf mich und das bedeutet auch: Ausgleich durch Sport.

Neben dem kürzeren Arbeitsweg und allem, was negativ dazu gehört, ist ein anderer Punkt ist, dass ich den ganzen Tag allein bin. Man muss schon eine ziemlich gute Beziehung zu sich selbst haben und das aushalten können. Meistens stört mich das nicht, dass ich so viel alleine bin, ich habe auch den Eindruck, dass ich viel effektiver bin als bisher im Büro. Ich verarbeite grad vieles so für mich und bin aufmerksamer. Was ich als sehr positiv empfinde.

Aber die Gespräche an der Kaffeemaschine und der Input (auch fachlich) von anderen fehlt jetzt nach vier Wochen doch ein wenig. Bei meiner abendlichen Laufrunde habe ich mich schon dabei erwischt, wie ich bewusst über den Marktplatz oder belebte Plätze laufe, um andere Menschen zu sehen und die überfreundlich anlächle- sowas habe ich früher ganz bestimmt nicht gemacht.

Ich habe als Studentin eine Zeit lang in einem Cafe gearbeitet und da waren teilweise Leute dabei, die mir einfach aus dem Nichts Gespräche an’s Bein binden wollten. Ich hatte irgendwie nie Verständnis dafür, aber heute weiß ich: es waren wahrscheinlich einsame Selbstständige, die verzweifelt nach einem menschlichen Kontakt suchten.

Was ich ganz bewusst mache, um keinen Home-Office-Koller zu bekommen, sind verschiedene Dinge. Ich versuche z.B. auf Instagram mit anderen in Kontakt zu treten. Das klappt schon wunderbar und mit einigen konnte ich schon ganz interessante Gespräche bezüglich Seminare, Gründungszuschuss oder Podcasts führen. Ich liebe die Instagram-Community!

Dann fahre ich z.B. jeden Freitag nach Stuttgart und setzte mich da in ein schönes Cafe zum arbeiten und drücke da allen Leuten ein Gespräch auf.

Dann treffe ich mich mit alten Kollegen und gehe noch gerne in ein Museum und versuche ganz viel Input aufzusaugen.

Trotzdem suche ich immer noch nach Möglichkeiten, mich mit anderen Selbstständigen aus der Gegend zu verbinden, z.B. über Konferenzen oder Netzwerktreffen. Falls ihr da was wisst, gerne her damit!

Dann muss ich noch Co-Working-Spaces erwähnen: damit habe ich noch gar keine Erfahrungen gemacht. Ich wohne ja in einem kleineren Ort und hier gibt es zwar einen, aber bisher hatte ich noch nicht so den Drang mich da rein zu setzten. Meine Befürchtung ist nämlich, dass da nichts los ist, so weit ich es erlebe gibt es hier nämlich keine Gründungsszene. Und das bedeutet, dass ich da dann genauso alleine da hocke wie daheim im Arbeitszimmer. Und die Co-Working-Spaces in Stuttgart sind relativ kostenintensiv, kommen daher momentan für mich auch nicht in Frage. Aber ich hätte im Laufe des Jahre schon große Lust, das mal auszuprobieren. Vielleicht hat ja jemand von euch bereits Erfahrungen mit Co-Working-Spaces gemacht? Bis dahin sitze ich einfach lieber in einem netten Cafe und trinke dazu einen leckeren Kaffee. Und nenne das Cafe-Office.

Und falls jemand aus Stuttgart mal Lust auf ein Co-Working freitags im Cafe hat, ich wäre dabei!

Hat jemand von euch da draußen auch ähnliche Erfahrungen gemacht wie ich und gleich mal Bewegungsmangel bekommen oder verbringt viel mehr Zeit alleine? Dann würde mich interessieren, wie ihr so damit umgeht.

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