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Get Behördenkram done – #megamutig-Podcast / Woche 7

Der #megamutig-Podcast nimmt euch mit in meinem ersten Jahr als Selbstständige. Und was zur Selbstständigkeit leider auch dazu gehört: Behördenkram.


Wenn ich Leuten davon erzähle, dass ich mich selbstständig gemacht habe, höre ich oft raus, dass das ja ganz toll sei, dass sich mein Gegenüber das auch vorstellen kann, sich aber vor dem Papierkram fürchtet. Ja eine Gründung ist für viele Neuland, weil man sich da wahrscheinlich zum ersten Mal im Leben mit Ämtern rumschlagen muss, aber ich sage euch: das ist gar nicht schlimm und wenn man motiviert ist, ein geiles Ding aufzubauen, dann ist auch der bürokratische Aufwand kein Hindernis. Ich erkläre euch im Podcast, wie ich das so gemacht habe, und zwar Schritt für Schritt.

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Shownotes:
“Parcours” von Sophia Mucke

 

Transkript der Folge zum Nachlesen

Hi Leute, willkommen zum megamutig-podcast.

Ich bin Maggie und ich habe ein Experiment gestartet: ich mache mich selbstständig. Und ich nehme euch in meinem ersten Jahr mit.

Ich habe nämlich gemerkt, dass viele in meinem Umfeld diesen Schritt megamutig fanden und das bei vielen Fragen aufgeworfen hat. Vielleicht kann ich den einen oder anderen inspirieren oder aber als Negativbeispiel dienen, je nach dem, wie sich das Jahr noch entwickelt.

Willkommen zu Woche 7!

Wenn ich Leuten davon erzähle, dass ich mich selbstständig gemacht habe, höre ich oft raus, dass ja ganz toll sei, dass sich mein Gegenüber das auch vorstellen kann, sich aber vor dem Papierkram fürchtet. Ja eine Gründung ist für viele Neuland, weil man sich da wahrscheinlich zum ersten Mal im Leben mit Ämtern rumschlagen muss, aber ich sage euch: das ist gar nicht schlimm und wenn man motiviert ist, ein geiles Ding aufzubauen, dann ist auch der bürokratische Aufwand kein Hindernis. Ich erkläre euch heute mal, wie ich das so gemacht habe, und zwar Schritt für Schritt.

Als erstes gehe ich darauf ein, wie man sich arbeitslos meldet, dann auf den Gründungszuschuss und zum Schluss kommt dann auch noch das Finanzamt dran.

Als erstes: die Kündigung.

Ich habe mich ja aus einer Festanstellung selbstständig gemacht und die musste ich erst einmal kündigen. Das war eine für mich etwas heikle Angelegenheit und ein mutiger und wichtiger Schritt, der vielleicht auch etwas Fingerspitzengefühl verlangt. Ich habe meinem damaligen Arbeitgeber schon im Vorfeld gesagt dass ich kündige, also bevor ich ihnen mein Kündigungsschreiben gegeben habe, damit sie quasi schon Bescheid wussten. Ich fand es einfach netter, nicht gleich mit dem Kündigungsschreiben um die Ecke zu kommen, sondern das vorher schon einmal anzukündigen, dass ich kündigen werde.

Vor Abgabe des Kündigungsschreibens

Anfruf beim Arbeitsamt. Ich kann euch sagen, dass das echt schwer war! Sich beim Arbeitsamt zu melden ist mit einem Stigma behaftet, ja es fühlt sich einfach nicht gut an, sich arbeitslos zu melden. Aber ich habe mich ja bewusst dazu entschlossen, meinen Job zu kündigen und hatte einen konkreten Plan wie es weiter gehen soll, es war also kein Scheitern oder ähnliches damit verbunden und von Bekannten wusste ich, dass sie das vor der Gründung auch so gemacht haben und mit meinem klaren Ziel vor Augen war das dann auch kein Problem mehr, mich beim Arbeitsamt zu melden.

Bevor man das Kündigungsschreiben abgibt: Arbeitssuchend melden

Es gibt eine Hotline, bei der man anruft. Ich musste dann meine Daten durch geben und war somit als arbeitssuchend gemeldet. Klar ist das blöd, sich arbeitssuchend zu melden, wenn man sich eigentlich selbstständig machen will- aber das gehört einfach dazu und ist nur eine Formalie. Ich habe mich vor ca. 6 Monaten arbeitssuchend gemeldet und musste bisher noch keine einzige Bewerbung schreiben, weil ich ja später beim Amt Bescheid gegeben habe, dass ich mich selbstständig mache.

Kündigung abgeben: am Tag darauf.

Meistens hat man ja 2-3 Monate Kündigungsfrist, da sollte man also schon noch auf Arbeit erscheinen 😉 Nicht vergessen darf man, dass man vom Arbeitgeber auch noch eine Arbeitsbestätigung für das Arbeitsamt benötigt, die er ausfüllen muss. Diese wird dann beim Arbeitsamt abgegeben.

Arbeitslosengeld beantragen – das geht auch online auf den Seiten des Arbeitsamtes. Durch den Anruf vor der Kündigung hast du da ein Profil bekommen und das kannst du auch online überarbeiten. Und geht relativ schnell.

Meistens bekommt man in dieser Zeit auch schon einen Termin für ein Gespräch beim Arbeitsamt per Post. Vor diesem Gespräch muss man gar keine Angst haben. Ich bin einfach dahin, habe meine Situation geschildert und dass ich mich unbedingt selbstständig machen will und die Beamten waren wahnsinnig nett und haben mit mir zusammen überlegt, wie ich mein Vorhaben am besten umsetze und wie ich den Gründungszuschuss bekomme. Es war ein sehr nettes Gespräch und ich war hinterher ziemlich erleichtert.

Sperrfrist- noch kurz etwas dazu. Die Sperrfrist bedeutet, dass man drei Monate lang keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld hat, wenn man selbst kündigt. Viele fürchten ja die Sperrfrist, aber wenn man nachweisen kann, dass man aus triftigen Gründen gekündigt hat, wird diese Sperrfrist auch erlassen. Für den Fall der Fälle ist es natürlich besser, etwas Geld beiseite gelegt zu haben, um diese Sperrfrist finanziell überbrücken zu können. Bei mir sieht es momentan so aus, als würde ich keine Sperrfrist bekommen. Aber mir fehlt leider noch der finale Bescheid vom Amt.

Gründungszuschuss

Wenn man sich aus der Arbeitslosigkeit selbstständig machen möchte, kann man versuchen, den Gründungszuschuss zu beantragen. Der beträgt zusätzlich zum Arbeitslosengeld 300 Euro. Man kann ihn sechs Monate lang erhalten und danach kann man den Gründungszuschuss erneut beantragen und erhält 9 Monate lang weiter 300 Euro. Das ist nun nicht die Welt und viele verzichten darauf, weil sei meinen, dass sich der Aufwand für den Betrag nicht lohnt, aber ich finde schon dass sich das für mich in der Anfangsphase schon auch lohnt und deswegen habe ich den Gründungszuschuss beantragt. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Der Gründungszuschuss wird unter bestimmten Voraussetzungen gewährt, z.B. ist eine Voraussetzung, dass man noch 150 Tage Anspruch auf das Arbeitslosengeld haben muss. Man sollte den Antrag also möglichst früh stellen.

Dafür muss man beim Amt nach dem jeweiligen Formular fragen, das wird einem dann zugeschickt.

Für den Gründungszuschuss braucht man einige Unterlagen, allen voran einen Businessplan mit Beschreibung deiner Idee, Kapitalbedarfsplan, also das was du finanziell für die Gründung benötigst, einen Finanzierungsplan und eine Umsatz- und Rentabilitätsvorschau – das alles für drei Jahre.

Das klingt heftig, aber es gibt mittlerweile so viele Informationen dazu im Netz und Bücher und Stellen, an die du dich wenden kannst. Ich habe für meinen Businessplan ein Online-Tool der IHK, also Industrie- und Handelskammer verwendet. Das ging ganz gut und die Zahlen wurden dann von einem Tutor überprüft, und von mir überarbeitet, bis die Zahlen passten.

Dann braucht man eine Stellungnahme einer fachkundigen Stelle (ich war dafür auch bei der IHK). Das dazugehörige Formular bekommt man auch vom Amt. Der Herr bei der IHK kannte ja schon meinen Businessplan und somit war das kein Problem.

Zum Businessplan kommen dann noch Zeugnisse und dein Lebenslauf. Und zum Schluss die Anmeldung der selbstständigen Tätigkeit beim Finanzamt oder beim Gewerbeamt. Aber dazu gleich mehr!

So, für alle diese Unterlagen habe ich ca. vier Wochen gebraucht. Ja, so ein Businessplan schreibt sich nicht von allein, der hat am längsten gebraucht. Aber ich finde, dass es eine gute Entscheidung war, den zu schreiben- so konnte ich noch etwas an meiner Idee feilen und mich auch schon im Vorfeld intensiv mit den Finanzen auseinander setzten, das ist nie verkehrt. Nachdem endlich, endlich alles fertig war, habe ich alles beim Arbeitsamt abgegeben. Und erst einmal Belohnungskuchen gegessen.

Allerdings habe ich beim Antrag des Gründungszuschusses einen entscheidenden Fehler gemacht. Mich hat diese Woche die Dame vom Amt angerufen, um mir Bescheid zu geben, dass ich das Datum im Antrag falsch angegeben habe. Man muss nämlich mindestens einen Tag lang arbeitslos gewesen sein und ich war bis zum 31. August angestellt und habe als den Tag der Gründung den 1. September angegeben. Ich dachte einfach, das sei ein schön rundes Datum, also der Anfang des Monats und dachte daher das passt. Leider war das falsch gedacht! Zum Glück durfte ich den Antrag noch mal neu ausfüllen.

Nun wird über den Antrag entschieden, ich weiß noch gar nicht, was dabei raus kommt. Ich hoffe, ihr drück mir die Däumchen!

So nun zum Gewerbe- und Finanzamt

Da meldet man sich übrigens ganz unabhängig davon, ob man einen Gründungszuschuss beantragt.

Das ist auch so eine Frage, die mich eingangs beschäftigt hat: muss ich ein Gewerbe anmelden oder nicht?

Für Freiberufler ist das nicht nötig, aber bei mir ist es ja so, dass ich selbst gestaltete Produkte in größeren Mengen vertreibe- also habe ich ein Gewerbe. Um das anzumelden, geht man zum Gewerbeamt und zahlt ungefähr 20 Euro. Soweit ich weiß, bekommt dann automatisch auch das Finanzamt Bescheid und schickt einem den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, den auch Freiberufler ausfüllen müssen.

Das Ding ist wirklich gar nicht schlimm auszufüllen. Also bloß nicht einen Monat irgendwo liegen lassen, sondern am besten einfach sofort ausfüllen und weg schicken. In dem Zusammenhang kann ich dir das Buch „Parcours“ von Sophia Muckle empfehlen – es ist zwar für Designer geschrieben, beinhaltet aber einen großen Teil zum Thema Steuern und hier wird auch detailliert beschrieben, wie du diesen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung am besten ausfüllst. Das hat mir sehr geholfen.

Ich kenne das: Behördensachen zu regeln ist kein Spaß und ich schiebe das auch allzugerne auf. Aber bisher hat sich bei mir raus gestellt, dass sich diese verflixten Formulare tatsächlich nicht von alleine ausfüllen und ich nur ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn ich das nicht mache. Also schön proaktiv sein und das gleich erledigen! Und die Belohnung danach nicht vergessen!

Und zum Umgang mit Beamten: das sind übrigens auch nur Menschen. Und wollen dir nichts böses. Wenn du Fragen hast, bei denen dir sonst keiner weiterhelfen kann, kannst du auch da anrufen, die sind garantiert nett. Ich habe bisher nur gute Erfahrungen gemacht.

Nun interessiert mich, welche Schritte du durchlaufen hast, bevor du dich selbstständig gemacht hast? Hast du dich auch arbeitslos melden müssen oder hast du es anders hinbekommen? Schreib mir, ich freue mich! Am besten geht das über Instagram, mein Account heißt @stahlpink, wie mein Label

Wenn dir dieser Podcast gefällt und du mich unterstützen möchtet, dann hinterlasse mir gerne eine 5-Sterne-Bewertung auf iTunes! Und falls ihr mehr von mir lesen möchtet, gehe auf www.stahlpink.de. Ich wünsche dir eine tolle Woche und bis zum nächsten Mal beim megamutig-Podcast!

Hinweis: Dies ist ein redaktioneller Beitrag, er enthält Werbung (da Markennennung oder Verlinkung), aber unbezahlt und unbeauftragt.

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