Unternehmensberater #megamutig-Podcast Woche 46

Mein erstes Mal – beim Unternehmensberater – #megamutig-Podcast / Woche 46

Preiskalkulation, Wachstumspotentiale, ein bisschen Bestätigung für’s Ego – ein Besuch beim Unternehmensberater kann viele Vorteile bringen. Was mein spezieller Grund war, zum Unternehmensberater zu gehen, was ich gelernt habe und wie man die richtigen Großhandelspreise berechnet: davon berichte ich in der neuen Folge des #megamutig-Podcasts.

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Shownotes:

– #megamutig-Podcast Folge 43: Meine Messe-Erfahrungen
Handelsverband
Starfinanzierung 80
Buch “Frei sein statt frei haben” von Catharina Bruns

Transkript der Folge:

Hi Leute, willkommen zum megamutig-Podcast.

Ich bin Maggie und ich habe ein Experiment gestartet: ich mache mich selbstständig. Und ich nehme euch in meinem ersten Jahr mit. 

Ich habe nämlich gemerkt, dass viele in meinem Umfeld diesen Schritt mega mutig fanden und das bei vielen Fragen aufgeworfen hat. Vielleicht kann ich den einen oder anderen inspirieren oder aber als Negativbeispiel dienen, je nach dem, wie sich das Jahr noch entwickelt. stahlpink heißt das Label, das ich als Produktdesignerin gegründet habe und auch über dieses Herzensprojekt berichte ich im #megamutig-Podcast.

Willkommen zu Woche 46

Letzte Woche war es so weit: wie der Titel des Podcasts schon sagt, war ich das allererste Mal beim Unternehmensberater. 

Der Hauptgrund dafür war, dass ich nach Hilfe bei einem konkreten Problem gesucht habe. Und zwar war ich ja vor zwei Wochen auf einer Messe – fleißige Podcast-Hörer werden wissen, welche Messe ich meine, für alle anderen verlinke ich die Folge in den Shownotes. Und während der Messe haben sich zwei Personen sehr interessiert an meinen Produkten gezeigt und mich auch gleich gefragt, ob ich die stahlpink-Produkte auch in größeren Stückzahlen produzieren könnte. 

Meine Antwort war natürlich: „Klar, gar kein Problem!“ und ich habe ihnen nach der Messe meinen Katalog und die Großhandelspreise meiner Produkte zukommen lassen.

So weit, so gut. Dann kam aber vom Kunden die Frage nach einem Staffelpreisangebot. Die Kunden wollten ein Angebot, indem ich für alle Produkte eine Aufstellung mache, wie viel das Produkt ab welcher Abnahmemenge kostet. Also für 50, 100, 250, 500 und 1000 Produkte. Mit entsprechendem Rabatt, je höher die Abnahmemenge ist.

Und an dem Punkt kam ich ganz schön in die Bredouille. Ich bin ja Designerin und keine Betriebswirtschaftlerin, und habe noch nie ein solches Angebot geschrieben.

Wie andere Shop-Betreiber bestimmt wissen, sind die Großhandelspreise sowieso schon günstiger als der Verkaufspreis. Und ich sollte darauf noch einen Rabatt packen – meine Befürchtung war, dass ich dann zwar tausende von meinen Produkten verkaufe, aber insgesamt ein Minusgeschäft mache, weil ich den Kunden in den Staffelpreisen einen zu großen Rabatt gewähre.

Außerdem war eine Frage, wie ich die Kosten für die Konfektionierung einkalkulieren soll. Wer meine Ketten schon mal gesehen hat, oder sogar eine bestellt hat (danke dir!) der weiß, dass meine Ketten auf eine Karte gesteckt werden und das ist einigermaßen aufwendig.

Für die Privatverkäufe über meinen eigenen Online-Shop ist das ein Aufwand, den ich ohne Probleme auf mich nehme. Ich schaffe es, 20 Ketten in einer Stunde für den Versand fertig zu machen. Aber wenn ich 5000 Ketten fertig machen soll? Dann würde ich ungefähr sechs Wochen lang nichts anderes machen. Und das geht nicht. Also muss ich auch diese Schritte auslagern. Ich habe mir zwei Unternehmen gesucht und mir Angebote erstellen lassen. Das konnte ich dann also schon in die Kosten mit aufnehmen. 

Auch von meinen Lieferanten: also den Produzenten der Kettchen, der Anhänger und der Karten habe ich mir in der letzten Woche neue Angebote eingeholt. Ebenfalls mit Staffelpreisaufstellung. Denn je mehr man bestellt, desto günstiger wird es. Wenn ich 6000 Kettchen auf einen Schlag beim Goldschmied bestelle, spare ich eine ganze Menge, das wurde mir dadurch klar.

So, also der Hauptgrund, warum ich mich nach Beratung umgesehen habe, war der, dass ich dieses für mich erst Mal heikle Angebot erstellen musste. 

Da ich mit der IHK beim Schreiben meines Businessplans so gute Erfahrungen gemacht hatte, habe ich einfach mal dort angerufen. Dort wurde ich dann an den Handelsverband weiter geleitet. 

Ich habe ihnen mein Problem telefonisch kurz geschildert und zwei Tage später hatte ich schon einen Termin. Also alles wunderbar unkompliziert und zackig, so mag ich das!

Zu dem Termin im Handelsverband habe ich eine Aufstellung aller Materialpreise mitgebracht, alle nötigen Kostenvoranschläge und außerdem einige meiner stahlpink-Produkte, damit sich der Unternehmensberater ein Bild davon machen konnte, wovon ich überhaupt spreche.

Als allererstes hat er sich meine Großhandelspreise angeguckt: es gibt eine spezielle Quote dafür, wie man Großhandelspreise berechnet. 

Die Berechnung ist Großhandelspreis : Materialpreis = Wareneinsatzquote. Meine Produkte hatten eine Quote von 44%-48%, was laut Aussage des Unternehmensberaters ganz gut sei. 

Um den Verkaufspreis raus zu bekommen, multipliziert man den Großhandelspreis mit dem Faktor 2,3-2,5.

Ich habe überlegt, ob ich euch ein Beispiel dafür geben soll, wie man das ganz konkret ausrechnen soll. Aber auch mir raucht der Kopf dabei und ich hab ganz schön Angst, euch bei der konkreten Rechnerei etwas falsches zu erzählen. Also im Zweifel solltet ihr am besten selbst zu einem Unternehmensberater gehen, dieser Podcast kann eine individuelle Beratung unmöglich ersetzten. Übrigens mache ich keine Werbung für den Handelsverband, es sind bloß meine Erfahrungen. So das war es mit dem Disclaimer.

Jedenfalls war ich kalkulationsmäßig ganz gut dabei, das hat mich natürlich sehr gefreut. Da ich diese Großhandelspreise bereits zum Kunden geschickt habe, war ich auch erleichtert, dass ich an diesen Zahlen nichts mehr ändern musste, das wäre sonst etwas peinlich geworden. Und auf diesen Zahlen basierend haben wir dann die Staffelpreise berechnet. 

Bei einer Stückzahl von 50 gibt es 5% Rabatt, bei 100 Stück 7% und so weiter, bis maximal 20%-Rabatt bei einer Abnahmemenge von 1000 Stück.

Und damit mache ich immer noch Gewinn, denn wenn ich eine größere Stückzahl bei meinen Lieferanten und Produzenten ordere, bekomme ich von denen ja auch einen Rabatt. 

Die Kosten für die Konfektionierung wurden pro Stück runter gebrochen auch mit einberechnet, darum musste ich mir also auch keine Sorgen machen. 

Neben der Aufstellung der Preise für die Angebotserstellung wurde ich außerdem dazu beraten, wie ich mein noch sehr kleines Business schneller ausbauen könnte. 

Da war ich natürlich ganz Ohr! Ein Erfahrungswert, den der Unternehmensberater hat, ist dass es sehr schwierig wird, organisch zu wachsen. Mit organisch wachsen meine ich, dass ich alles, was ich mit meinem Label einnehme, in das Label zurück investiere und kein Geld von außen annehme. Das erschien mir bisher als die sicherste Variante – aber ich merke auch die Nachteile. 

Im Sommer verkaufe ich weniger, habe also dementsprechend weniger Geld, um mein Label wachsen zu lassen. Und um ehrlich zu sein, nervt mich das extrem. Wenn ich kein Geld habe, um neue Produkte produzieren zu lassen, ist das ein Problem: je weniger Produkte da sind, desto weniger kann logischerweise gekauft werden, desto langsamer wächst es – also hängt alles von einander ab, was auch nachteilig sein kann, wenn es schlechter läuft. 

Der Unternehmensberater hat mir also geraten, das Produktsortiment schneller auszubauen und mir einen Lagerbestand einzurichten. Denn wie ich ja auch schon selbst bemerkt habe: je größer die Stückzahlen sind, die ich bestelle, desto günstiger wird es insgesamt. Und das ist sehr verlockend, wenn man gleich mehrere tausend Euros sparen kann, indem man mehr bestellt.

Sein Tipp war, mir mal die Startfinanzierung 80 anzugucken. Denn seine Erfahrung ist, das hat er mir nachdrücklich gesagt, dass organisches Wachstum einfach nicht möglich ist, wenn man wie ich mit Waren handelt. Das war ein ganz schöner Bummer, aber ich bin dankbar für seinen Rat – und tatsächlich habe ich es ja auch schon bemerkt, wie zäh und langsam es momentan voran geht.

Ich werde mir auf jeden Fall noch stark überlegen, ob ich einen solchen Kredit aufnehmen möchte, oder ob es nicht auch noch andere Möglichkeiten gibt. Denn wie so viele mit Ende 20 kommt auch noch die Bafög-Rückzahlung auf mich zu – da hab ich erst mal genug von Krediten. 

Ich muss wirklich noch weiter darüber nachdenken, denn einerseits hat er ja absolut recht – schnelles Wachstum kommt durch größere Investition. Andererseits habe ich mich immer davor gescheut, einen Kredit aufzunehmen. Bücher wie „Frei sein statt frei haben“von Catharina Bruns, in der es auch um die Vorhabensfinanzierung geht, geben mir in dieser Einstellung absolut recht. Ich werde euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten.

Und wenn dieser größere Auftrag zu Stande kommt, brauche ich vielleicht tatsächlich keine Finanzspritze von außen, sondern kann den Gewinn wieder investieren.

Das Gute an dem Termin war, dass der Herr sehr nett und begeisterungsfähig war. Ich hatte ja ein bisschen Bammel, weil ich wie gesagt „nur Designerin“ bin, aber wenn ich die ganzen betriebswirtschaftlichen Fragestellungen drauf hätte, bräuchte ich ja seine Hilfe nicht. Deswegen war das gar kein Problem.

Und im Nachgang hat er mir freundlicherweise eine Excel-Tabelle erstellt, in der alle Zahlen waren, die ich für die Angebotserstellung brauchte.

Und zu den Kosten für den Termin: der Unternehmensberater hat für mich einen halben Tag veranschlagt, aber da der Handelsverband an die Wirtschaftsförderung gekoppelt ist, muss ich nicht den gesamten Betrag bezahlen, sondern profitiere von einer Gründerförderung. Der Termin wird mich insgesamt ca. 200 Euro kosten.

Und das ist es mir wert. Denn von außen von einem Fachmann gesagt zu bekommen, dass man auf dem richtigen Weg ist, das ist super und eine tolle Bestätigung! 

Ich habe nun vor ca. einem Jahr meinen festen Job gekündigt und mich auf den Weg gemacht, mein eigenes Label zu gründen. 

Das ist zwar echt erfüllend, aber finanziell nicht unbedingt immer ein Ponyhof. Deshalb war es so schön und eine absolute Bestätigung, nun zu hören, dass ich finanziell eigentlich alles richtig mache und dass da noch weiteres Potential in meiner Idee und in meiner Marke steckt. 

Ich bin also vollen Herzens und ganz beseelt aus dem Termin gegangen und habe mittlerweile das besagte Staffelangebot an den Kunden geschickt und hoffe nun auf positive Rückmeldung. Ja, ich bin so richtig gespannt, wie es damit weiter gehen wird! Allein durch die Erstellung des Angebotes habe ich in der letzten Woche eine Menge gelernt und bin super happy darüber.

Seid euch sicher, dass ich euch darüber auf dem Laufenden halten werde. 

Wer mag, darf gerne @stahlpink auf Instagram folgen, da zeige ich euch, was ich tagtäglich treibe. Wer sich besagte Produkte gerne anschauen mag, darf auf www.stahlpink.de vorbei gucken. Ich freue mich natürlich immer über eine positive Rezension oder wenn ihr meinen Podcast weiter empfehlt. Damit wünsche ich euch noch eine tolle und erfolgreiche Woche und bis zum nächsten Mal beim #megamutig-Podcast!

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