nachhaltig shoppen - der ultimative Guide

Nachhaltig shoppen – der ultimative Guide

Es ist kurz vor Weihnachten – besonders in dieser Zeit wird heftig geshoppt. Doch wenn du so wie ich darauf Wert legst, dass die Heimat der Eisbären noch etwas länger besteht, bringt das Shoppen einige Tücken mit sich. Hier ist ein kleiner Guide mit Tipps, wie du nachhaltiger shoppen kannst.

– Disclaimer: ich verlinke einige Shops und Internetseiten, die ich gut finde und dir an’s Herz legen möchte. Damit ist das Werbung. Ich (oder vielmehr stahlpink) bin aber komplett frei bei der Auswahl und nichts davon ist eine Kooperation oder bezahlt (außer die nachhaltigen Produkte, die ich selbst für mich gekauft habe natürlich). –

So, nun aber zum Guide für nachhaltigeres Shoppen rund um Weihnachten:

1. Papperlapapp!

Dass Kunststoffmüll die Weltmeere verdreckt, dürfte mittlerweile jedem klar sein. Zum Glück gibt es mittlerweile viele Läden, die Unverpacktes verkaufen. Beim Online-Bestellen ist das leider nicht möglich, aber immerhin gibt es einige Labels, die darauf achten, kein Plastik beim Verpacken zu verwenden und sogar alte Kartons wiederverwenden.

Wie happy war ich, als ich letztens eine neue Yoga-Matte bestellt habe (die alte hatte ein gewisser Jemand im Zug Richtung Nürnberg liegen lassen, hoffentlich freut sich jemand aus Nürnberg nun darüber!) und die Verpackung war: ein Karton. Und ein Bogen Papier. Verpackungsminimalismus at its best! Also mir fällt sowas sehr positiv auf. Dir auch?

Wenn ja, dann habe ich hier eine kleine Liste mit Labels, denen ich folge und vertraue und die ebenfalls auf #zeroplastic setzen:

BastisRike (Papeterie und Stempel)
FranziskaKlee (Handgemachte Taschen)
Rosenthal (Kosmetik)
RedFries (Papeterie)

Zugegeben: die Liste ist noch etwas dünn, wenn dir ein Label bekannt ist, das beim Verpacken auf Plastik verzichtet, lasse es mich bitte wissen!

Worauf du beim Online-Shoppen auch achten kannst: grüner Versand.
Durch den Versand der Päckchen, die online bestellt werden, entsteht eine erhebliche Umweltbelastung. Denn jep, auch der nette DHL-Bote ist mit einem Auto unterwegs. Und das den ganzen Tag.

– DHL bietet ein Siegel an, das “GoGreen”-Siegel. Durch den Zukauf dieses Siegels durch den Online-Shop, werden die durch den Transport entstehenden Treibhausgase durch Klimaschutzprojekte ausgeglichen

2. The real world

Außer Online zu bestellen, gibt es ja noch eine Möglichkeit. Haaach, verflixt, was war das nochmal…? Dieses Ding, das man früher gemacht hat!? Genau, vor Ort einkaufen!

Das ist sogar eine sehr, sehr gute Wahl. So werden Emissionen durch den Versand eingespart (außer du musst erst ewig mit dem Auto zum nächsten Geschäft fahren, dann rentiert es sich CO2-mäßig nicht so).
Klar ist es heftig, im Dezember in die Fußgängerzonen zu gehen. Aber für viele kleine Concept-Stores und Boutiquen ist es eh schon schwer, gegen die großen Ketten anzukommen. Und die Weihnachtszeit ist auch deren wichtigste Umsatzzeit. Also einfach mal abseits der großen Läden schauen, was Concept-Stores zu bieten haben. Auf Findeling gibt’s eine Übersicht der coolen Läden in deiner Nähe. Und was tun gegen vollgestopfte Innenstädte kurz vor Weihnachten? Achtung, jetzt wird’s krass: einfach mal nicht erst auf den letzten Drücker einkaufen gehen!

3. Konsum mal anders

So, jetzt hätten wir das wie geklärt – aber was schenken? Da hätte ich ebenfalls Vorschläge:

Viele Leute wissen gar nicht, wo sie beim Thema Nachhaltigkeit anfangen sollen. Wie wäre es also damit, ihnen den Start mit einigen tollen nachhaltigen Produkten zu erleichtern?

  • Produkte, die konsumiert werden. Also Nahrungsmittel oder Hygieneprodukte. Hygieneprodukte klingt so klinisch, aber wie wäre es mit…
    > …einem festen Shampoo mit einer tollen Duftnote und der passenden Aufbewahrungsbox dazu? Das klingt schon ganz gut, oder? Es gibt auch wunderbare, von Hand produzierte Duschseifen. Die sehen nicht nur toll aus, sondern duften auch das Bad voll. Herrlich!
    > Kuchen im Glas
    > ein guter Wein, eine edle Packung Nudeln, ein besonders guter Kaffee oder Tafel Schokolade – schau dich mal im Feinkostgeschäft um, da gibt es tolle Möglichkeiten, um Leckermäuler zu beschenken
    > für Pflanzenliebhaber sind Samen eine gute Idee-so kann man sich schonmal auf den Frühling freuen

Diese Produkte haben den großen Vorteil, dass sie dem Beschenkten eine Weile lang Freude bereiten – und dann weg sind – so wird wenigstens der Dachboden nicht zugemüllt mit Geschenken, für die man sonst keine Verwendung hat.
Durch unseren Konsum, mit unserem Geld, entscheiden wir mit, wie sich die Welt verändert. Falls du mehr Hintergründe dazu erfahren möchtest, empfehle ich dir diesen Artikel.

4. Do it yourself

Warum mal nicht selbst Weihnachtselfe spielen und Geschenke selbst machen. – Äh was? Ja, vielleicht hast du zuletzt in der Grundschule das letzte Mal etwas Selbstgemachtes verschenkt. Aber ich meine keine schieläugigen Strumpfhasen, sondern wirklich coole, nützliche Dinge. Einiges habe ich unter dem letzten Punkt schon erwähnt – das kannst du kaufen oder halt einfach selbst machen (dann kannst du extra viel Liebe bei der Produktion miteinfließen lassen. Und ja, es schont den Geldbeutel!).

Hier ist eine Sammlung nützlicher Anleitungen:

5. Preloved

Zum Schluß eine Möglichkeit, die vielleicht nicht unbedingt beliebt ist: Geschenke second hand kaufen. Klar ist es komisch, anderen etwas Gebrauchtes als Geschenk vorzusetzen. Aber bevor du jetzt fortläufst: Ich habe zuletzt eine super gute Erfahrung gemacht: ich habe bei ReBuy meine “neue” Spiegelreflexkamera zu einem Drittel ihres Neupreises gekauft. Sie ist zwar schon benutzt worden, ist aber tatsächlich wie neu, kein Kratzer, keine Schramme, keine Macken. Ich liebe sie sehr. Und wie geil wäre es, jemandem zu Weihnachten eine ganz besondere Freude mit einem Gerät zu machen, das sonst außerhalb der Geschenke-Preisliga liegt?

Und es gibt Labels wie still thrifting, die gebrauchte Kleidung aufbereiten, bedrucken, besticken und ihnen so neues Leben einhauchen. Damit erhalten gebrauchte Shirts oder Pullis einen ganz neuen Wert.

6. worst-christmas-szenario?

So, nun werde ich mich absolut unbeliebt machen, aber wie wäre es mal damit: nichts schenken. Wow, das wird ja immer heftiger hier. Aber ich meine es ernst: seit meine zwei Neffen auf der Welt sind, schenken wir innerhalb der Familie nur noch den beiden Kleinen was. Und hier auch mal gerne Erlebnisse (Museumsbesuche, Kino-Gänge) statt Spielzeug.
Nichts zu schenken ist nicht nur gut für’s Klima, sondern auch für den Stresspegel: nicht so viele Geschenke besorgen zu müssen erleichtert die Vorweihnachtszeit ungemein. Probier’s doch mal aus!

7. think & act

Ich habe im Rahmen des Black Fridays irgendwo gelesen (ich finde blöderweise die Quelle nicht mehr), dass nur ca. 1% der Rabatte rund um diesen Tag tatsächliche Rabatte sind – Forscher haben die Preise über einen Zeitraum hinweg verglichen und festgestellt, dass die Preise vorher ansteigen. Tja, echt blöd. Hinter den Black-Friday-Sales steckt halt auch nur Marketing.

Bevor du dich impulshaft in einen Kauf stürzt, frage dich besser:
Brauchst du es wirklich?
Passt es denn zu dir oder dem Beschenkten? (Beispielsweise bei Kleidung solltest du es gut zum Rest deiner Garderobe kombinieren können)
Würdest du auch den doppelten Preis dafür ausgeben? (Denn wenn der einzige Wert an dem Produkt der günstige Preis ist, kannst du eigentlich nichts damit anfangen)

Fazit

Mal außerhalb der Box denken, kleinen Labels statt großen Konzernen eine Chance geben und auf Materialien und Produktion achten. Und auch mal Verzichten. Das sind wohl die wichtigsten Kriterien für ein nachhaltigeres Schenken.

Wie ist das bei dir? Achtest du auf Nachhaltigkeit beim Geschenke-Shoppen? Natürlich ist der Titel “Der ultimative Guide für nachhaltiges Shoppen” charmant überzogen 🙂 und ich freue mich über den einen oder anderen Tipp oder eine Idee für diese (durchaus noch unvollständige!) Liste! Deine Gedanken dazu darfst du gerne in den Kommentaren da lassen.

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