Warum du ein Warum im Leben brauchst

poliHast du manchmal das Gefühl nur für das Wochenende zu leben? Oder für den langersehnten Abend nach einem harten Tag, mit der Tüte Chips und Netflix auf dem Sofa entspannen? Der Alltag macht dich eher fertig, als dass er dich glücklich macht? Dann, meine Liebe, ist es Zeit, dein Warum zu überdenken.

Jeden Tag sehe ich dutzende Menschen auf dem Weg zur Arbeit mit finsteren, traurigen Gesichtern. Sie kommen mir am Bahnhof entgegen, stehen mit mir beim Bäcker an oder rempeln mich auf dem Bürgersteig an. Da ich meistens eher guter Laune bin, fällt mir diese Masse an entnervten Zombies natürlich negativ auf. Aber manchmal, nur manchmal geht es mir auch so, dass ich keinen Plan hab, warum ich eigentlich jeden morgen aufstehe. Geht es dir auch so?

Was ist das Warum überhaupt?
Warum ist ein Interrogativadverb und ein bekanntes Lied von Tick Tac Toe. Kleiner Spaß. Nein, es ist viel mehr. Das Warum ist der Grund, warum du morgens aufstehst. Es ist etwas, das dich erfüllt und das du gerne machst oder bist. Es bringt dir Inspiration, innere Stärke und einen Ausgleich zum Alltag. Sicher kennst du Leute, die vor Energie sprühen, die motivieren und Leidenschaft für etwas mitbringen und dies faszinierenderweise auch in anderen erzeugen können. Diese Personen sind sich meist sehr bewusst, was ihr Warum ist. Und ich empfehle dir, das auch herauszufinden. Es kann dich vielleicht sogar überraschen, wer weiß! Ich bin mir sicher, dass du von diesem Wissen profitieren wirst. Dass dir dein Warum innere Stärke geben wird und dass es dich Stolpersteine leichter weg kicken lässt.

Was ist es nicht?
Das Warum ist kein Ziel. Ziele sind eine etwas andere Kategorie: Ziele sind messbar, anhand von unterschiedlichen Indikatoren. Ein Ziel wäre es zum Beispiel, mit deinem Blog 1000 Leser pro Tag zu erreichen oder innerhalb eines Jahres 100.000 Euro zu verdienen. Diese Zahlen sagen aber nichts über dein Warum aus. Das Warum ist eher als der Grund zu beschreiben, warum du bestimmte Dinge überhaupt machst, also die Ursache, warum du den Blog betreibst. Sich dabei messbare Ziele zu stecken ist allerdings ein super Tool, um herauszufinden, wie viel man mit seinem Warum leisten kann.

Brauche ich das?
Bist du bereits ein wahnsinnig glücklicher, aktiver und ausgeglichener Mensch? Yeah für dich, du brauchst dich um dein Warum nicht mehr bewusst zu kümmern oder hast wahrscheinlich sowieso schon eine gewisse Ahnung davon.
Wenn dir allerdings manchmal der nötige Antrieb im Alltag fehlt, könntest du versuchen, dir über dein Warum klar zu werden. Es ist ein toller, motivierender innerer Motor, der dich auf Trab hält und dir vielleicht den entscheidenden Funken bringt, um diese eine Sache endlich zu starten, die schon länger in dir geschlummert hat.

Wie finde ich mein Warum heraus?
Das ist nicht schwer und ich bin davon überzeugt, dass du sowieso schon eine gewisse Ahnung davon hast, du musst es dir nur noch klar machen. Also, stell dir einfach folgende Märchentraumwelt vor: du hast keinerlei sozialen Druck, du fühlst dich ganz unabhängig von dem, was deine Freunde und Altersgenossen tun. Außerdem ist es in unserer fiktiven Situation gar kein Thema mehr, was deine Eltern oder Geschwister für ein Leben eingeschlagen haben und was sie dir bisher geraten haben zu tun. Vergiss einfach all das für einen Augenblick. Übrigens hast du in unserer fiktiven Märchentraumwelt 1 Millionen Euro gewonnen, herzlichen Glückwunsch! Geld ist also auch kein Problem mehr. Und nun stellst du dir noch vor, dass alles, was du in der Folge angehst, mit Lob und Wohlwollen von außen betrachtet wird: alle um dich herum finden es toll, was du machst. Du erntest eine Menge Anerkennung.
So, jetzt sind die Rahmenbedingungen abgesteckt: du hast genug Kohle und niemand steht dir bei dem, was du machst im Wege. Was also würdest du tun? Ganz abgesehen davon, erst mal in den Urlaub zu fliegen und eskalativ shoppen zu gehen. Welche Tätigkeit schwebt dir jetzt vor? Und die nächste große Frage lautet: Warum? Wieso sind dir ausgerechnet diese Dinge in den Kopf gekommen, weshalb sind dir diese Ideen wichtig? Das sind schwierige Fragen, aber wenn du dich darauf einlässt, fällt dir bestimmt etwas Gutes ein. Das muss auch nicht sofort sein, solche Fragen muss man manchmal auch erst eine Zeit lang mit sich herum tragen, bevor etwas sinnvolles daraus entsteht.

Und nun?
Wenn du dein Brainbaby geboren hast, ergeben sich ganz schnell die nächsten Schritte.
Du möchtest junge Menschen politisch aufklären, um das fortschreitende politische Desinteresse zu bremsen? Oder du möchtest die letzten Vertreter einer bestimmten Tierart vor dem Aussterben retten? Find ich klasse, da gibt es zahlreiche Wege sich einzusetzen, sei es über Petitionen oder gleich eine Rettungs-Reise in den Regenwald. Vielleicht möchtest du auch einfach eine Fashion- Inspiration für andere Mädels sein, dann starte unbedingt einen Blog. Übrigens musst du dafür nicht gleich alles hinschmeißen, viele erste Schritte lassen sich auch super nebenbei starten. Aber wenn die Tickets in Richtung Amazonas schon gebucht sind, lass dich nicht aufhalten!
Das Warum kann sich übrigens auch ändern! Kann sein, dass du in 10 Jahren lieber Mama bist, anstatt den Amazonas zu retten oder dein Outfit-of-the-day zu posten. Aber das ist ganz normal und sollte dich nicht davon abhalten, dein aktuelles Warum herauszufinden.

Wer macht es vor?
Es gibt ganz tolle, inspirierende Menschen, die zeigen, wie man ein Warum nach außen tragen kann. Die bei Kritik nicht gleich aufgeben, sondern stark ihren Visionen nachgehen. Hier eine von cleveren Frauen, die das meiner Meinung nach ziemlich gut vormachen:

Nike van Dinther: Die Gute kennst du mit Sicherheit von ihrem sehr erfolgreichen Mode-Blog ThisIsJaneWayne. Sie hat eine ungewöhnliche Philosophie: sie meint, dass Mode nicht nur ein Konsumphänomen ist, sondern auch eine soziale Kraft hat. Passenderweise findet man auf dem Blog auch viel über Kultur und Gesellschaftskritik.

Laura Malin Seiler: ist kurzgesagt eine Expertin darin, Menschen happy zu machen. Sie hat einen tollen inspirierenden Podcast, in dem sie ganz viel Wissen über Selbstbewusstsein, Ängste, Motivation und vielem mehr auf charmante Art und Weise rüber bringt.

Brene Brown: Ist eine Verfechterin der Verletzlichkeit und der Möglichkeit, selbst in schwierigen Situationen einen Sinn aus dem Scheitern oder der persönlichen Schwäche zu ziehen. Ihr TED-Talk ist sehr zu empfehlen.

Fazit

In einer idealen Märchenwelt ohne Ängste oder sozialen Druck hätten alle das Warum geklärt und würden happy ihren Lebensträumen nachgehen. Leider ist unser Leben nicht immer ein einziges heiteres Blumenpflücken, aber du kannst durch eine kleine Reise in dich selbst herausfinden, welches warum in dir schlummert und ausloten, wie du es leben kannst. Probiere es aus!

 

 

 

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