stahlpink Blog warum ich Narzissten liebe

Warum ich Narzissten liebe

Hast du dich auch schon über diese Leute gewundert, die mit Leichtigkeit durch’s Leben gehen und deren Selbstbewusstsein unerschütterlich scheint? Warum Narzissten mit ihrer Attitüde Vorbilder für uns sein können.

Laut Wikipedia steht Narzissmus  “alltagspsychologisch und umgangssprachlich im weitesten Sinne für die Selbstverliebtheit und Selbstbewunderung eines Menschen, der sich für wichtiger und wertvoller einschätzt, als urteilende Beobachter ihn einschätzen.”

Narzissten sind nach außen selbstbewusst und stark. Sie scheinen alles zu haben: Talent, Vertrauen in sich selbst und in ihre natürlich großartige Zukunft. 

Auf keinem ihrer Instagram-Bilder ist ein Makel zu erkennen- ja sie sind fast unmenschlich in ihrer wahnsinnigen Schönheit. 

Geben uns normalen Erdlingen aber durch ihre Bildunterschriften ihre Weisheiten mit (und wir können dankbar sein, dass diese für uns verständlich sind und nicht in allzu kryptischen Hashtags mitgeteilt werden. Gutes Beispiel: #idgaf). 

Während er/sie verträumt mit wehendem Haar und der perfekt zerknitterten Collegejacke auf einem Felsen sitzt: „Life.“ 

Oder der Einsatz eines einzelnen Emojis, um ein Bild zu illustrieren, auf dem sie/er in gekonnter Pose und natürlich toller Kleidung sitzt/ steht/ schwebt.

Ich mag es, sie anzugucken. Deshalb weiß ich auch so gut über diese Szene Bescheid.

Möchte aber nicht mit ihnen befreundet sein.

Es ist so wie mit Löwen: ich schaue sie mir gerne an, bewundere ihre Stärke und Grazie. Möchte aber keinen Löwen zum Ben&Jerry’s-Essen zu mir einladen, denn das könnte böse enden.

Trotzdem können wir etwas von Narzissten lernen: sie brauchen keine langen und ausschweifenden Bildunterschriften unter ihren Selfies. Sie müssen sich nicht hinter Worten verstecken. Nein, denn sie sind sich selbst genug. Und haben es nicht nötig, ihr Selbstbewusstsein zu verstecken. Keine geheuchelte Bescheidenheit. Dafür absolute Selbstliebe.

Ist das nicht großartig?

Wir (also wir anderen) sind ständig dabei, uns zu optimieren, äußerlich und innerlich. Sei es die zwei Kilo, die zu viel auf der Waage sind oder die Haare, die niemals den richtigen Schnitt haben. Die Wohnung/ das Haus/ der Freundeskreis/ der Job/ die Stadt, die einfach falsch sind.

In einer Welt, in der viele Mädchen zu Bescheidenheit und Genügsamkeit erzogen werden, in der Selbstbewusstsein als etwas Schlechtes abgestempelt wird (indem sie ämlich mit Arroganz verwechselt wird), finde ich es schön, dass es diese Narzissten gibt. 

Denn können wir nicht alle etwas mehr Selbstliebe und Vertrauen in uns selbst vertragen? 

 

mehr dazu auf stahlpink:
“Zukunftszweifel ade!”
“Vorbilder – yay oder nay?”

  1. Angela Seidemann

    Liebe Maggie,
    Narzissmus kann gesund sein, darauf zielt Dein Artikel ab und da bin ich absolut d‘accord mit Dir: Frauen benötigen nach wie vor mehr gesunden Narzissmus in ihrer Selbstwahrnehmung. Dann klappt das mit der Darstellung nach außen auch ganz natürlich.
    Narzissmus kann aber auch eine Form der Persönlichkeitsstörung sein. Diese zeigt sich bei Frauen interessanterweise tendenziell anders als bei Männern. (Näheres siehe unter: Bärbel Wardetzki, Weiblicher Narzissmus). Zugrunde liegt bei beiden Geschlechtern dieselbe psychische Struktur. Und die beinhaltet in jedem Fall tiefe Selbstzweifel und Gefühle der Unzulänglichkeit, welche geschlechtsspezifisch auf unterschiedliche Weise kompensiert werden. Nichts, was man sich wünschen würde, oder? Und Abschauen möchte ich persönlich mir da auch nichts.
    Eher, so hast Du es sicher auch gemeint, an den Wurzeln arbeiten, sich annehmen, wie man ist, sich liebevoll behandeln, es sich gut gehen lassen. Denn wer das schafft, ist dann fast wie von selbst auch liebevoller im Umgang mit anderen.

    • Hallo liebe Angela,

      Danke für deinen lesenswerten Kommentar!
      Ja dass es auch eine krankhafte Form des Narzissmus gibt, steht auch im verlinkten Wikipedia-Artikel. Den meine ich natürlich nicht 😉
      Danke dir für den Hinweis!

      Lieber Gruß
      Maggie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.